Airbus: Boeing liefert 143 gegen 114 ab

Airbus verzeichnet das schwächste Narrowbody-Quartal seit über 20 Jahren, während Boeing erstmals seit 2019 wieder mehr Flugzeuge ausliefert. Triebwerksprobleme bei Pratt & Whitney belasten die Produktion.

Die Kernpunkte:
  • Boeing übertrifft Airbus bei Quartalsauslieferungen
  • Triebwerksengpässe durch Pratt & Whitney
  • Analysten prognostizieren Umsatz- und Gewinnrückgang
  • Rekordauftragsbestand als langfristiger Puffer

Zum ersten Mal seit rund sieben Jahren hat Boeing im Quartalsvergleich mehr Flugzeuge ausgeliefert als Airbus. Das setzt den europäischen Hersteller unter Druck — ausgerechnet kurz vor dem Quartalsbericht am 28. April.

Boeing schlägt Airbus bei Auslieferungen

Boeing lieferte im ersten Quartal 2026 insgesamt 143 Maschinen aus. Airbus kam nur auf 114. Das letzte Mal, dass Boeing diesen Vergleich gewann, war vor dem 737-MAX-Debakel — rund 2019.

Für Airbus war es das schwächste Quartal bei Narrowbody-Auslieferungen seit mehr als 20 Jahren. Die A320-Familie kam auf 81 Maschinen, 25 weniger als im Vorjahreszeitraum. Hinzu kamen 19 A220s, drei A330s und acht A350s.

Pratt & Whitney blockiert die Produktion

Der Engpass hat einen klaren Namen: Pratt & Whitney. Ein Fertigungsfehler in Pulvermetallkomponenten der PW1000G-Triebwerke zwingt den Hersteller, rund 1.200 Triebwerke zu inspizieren oder zu überarbeiten. RTX hatte das Problem Mitte 2023 offengelegt.

Die Folge: Fertige A220- und A320neo-Rümpfe stehen ohne Triebwerke auf den Produktionslinien. Neue Triebwerke kommen zu langsam nach.

Das gefährdet das Jahresziel von rund 870 Auslieferungen erheblich. Um es noch zu erreichen, müsste Airbus in den verbleibenden neun Monaten durchschnittlich 252 Maschinen pro Quartal ausliefern — deutlich mehr als das aktuelle Tempo.

Analysten erwarten ein schwaches Quartal

Morgan Stanley prognostiziert für Q1 einen Umsatz von 12,4 Milliarden Euro — ein Rückgang von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBIT soll bei nur 311 Millionen Euro liegen, die Marge bei 2,5 Prozent.

Das Segment Verkehrsflugzeuge trifft es besonders hart: Der Umsatz soll um 13 Prozent sinken, das operative Ergebnis auf 75 Millionen Euro einbrechen. Niedrigere Produktionsvolumina, ein ungünstiger Flugzeugmix und höhere Forschungsausgaben drücken die Zahlen.

Besser läuft es in anderen Bereichen. Defence & Space soll den Umsatz um acht Prozent steigern, Helicopters um vier Prozent — beide Sparten mit stabilen Margen.

Drei Analysehäuser halten derzeit an einer neutralen Einschätzung fest: Jefferies und Exane BNP Paribas setzen das Kursziel auf jeweils 190 Euro. Morgan Stanley ist optimistischer und sieht 230 Euro als fairen Wert — sobald sich die Lieferkette erholt.

Rekordauftragsbestand als Puffer

Trotz der aktuellen Probleme bleibt Airbus‘ Auftragsbestand imposant. Per Ende März 2026 umfasst er 9.031 Flugzeuge — das entspricht rund 10,4 Jahren Produktion auf Basis des diesjährigen Lieferziels.

Den Löwenanteil bilden 7.870 Narrowbodies, davon entfallen 70,4 Prozent auf den A321neo. Auch der Widebody-Bestand mit über 1.161 Maschinen bleibt solide.

Am 28. April wird das Management erstmals öffentlich erklären müssen, wie Airbus den Rückstand aufholen will — und ob das Jahresziel noch zu halten ist.

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