Airbus: Schon wieder schlechte Nachrichten

Der europäische Flugzeugbauer Airbus kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen heraus. Bestimmten bisher vor allem News rund um den Militärtransporter A400M das Geschehen, geht es nun um das Prestige-Objekt A350-1000.

© Airbus
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Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich das neuste und größte Langstrecken-Flugzeug aus der Airbus-Schmiede. Im April hatte man in einem so genannten „kleinen Rollout“ das erste Flugzeug dieser Art aus der Werkhalle an die frische Luft geschoben, damals allerdings noch ohne Triebwerke.

Droht Airbus ein Absagen von Bestellungen?

Doch schon damals wurde sichtbar, dass der ambitionierte Auslieferungsplan auf der Kippe steht. So sollte das erste Flugzeug dieser Serie bereits Mitte des Jahres an Qatar Airways übergeben werden. Doch nun sollen erste Testflüge frühestens Ende September stattfinden. Wann dann die Auslieferung tatsächlich erfolgen kann, steht in den Sternen.

Entsprechend verstimmt reagieren Vertreter von Qatar Airways, die bereits 37 Stück der neuen Maschinen bestellt haben. Wobei die Geschäftsbeziehung zwischen dem Flugzeugbauer und Qatar Airways schon vorbelastet ist. So hatte die Fluglinie erst kürzlich Bestellungen für den A320neo wegen Verzögerungen durch Triebwerksprobleme abgesagt. Wenn Airbus jetzt nicht liefert, könnte ähnliches auch dem A350-1000 drohen.

Deutliche Verzögerungen im Produktionsplan

Die Verzögerungen beim A350-1000 reihen sich damit in eine ganze Serie von Produktionsproblemen ein. Zwar war die Entwicklung des Grundmodells A350 im Grunde überraschend mit wenigen Komplikationen verlaufen. Doch dafür hinkt Airbus nun stark bei den Auslieferungen hinterher. So will man eigentlich bis Jahresende 50 Maschinen an die Kunden ausliefern, doch bisher wurden nur 9 Maschinen tatsächlich übergeben.

Zieht Airbus hier nicht die Zügel an, drohen dem Konzern nicht nur Einbußen bei den bisherigen Jahresplanungen für Umsatz und Gewinn. Man läuft auch Gefahr, Kunden erst mal an Boeing zu verlieren. Das spiegelt sich letztlich auch in der aktuellen Aktien-Performance wider.

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So steht die Airbus-Aktie kurz davor, ihr bisheriges 12-Monats-Tief bei rund 50 Euro erneut zu erreichen. Da spielt zwar auch viel die negative Gesamtlage am Markt eine Rolle. Doch wer operativ wackelt, kann hier auch nicht gegen den Strom schwimmen.

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