Aixtron Aktie: 171,4 Millionen Auftragseingang im Q1

Aixtron baut Produktion in Malaysia aus, während der Aktienkurs fällt. Analysten sehen nach starkem Rückgang begrenztes Abwärtspotenzial.

Die Kernpunkte:
  • Neuer Standort in Penang geplant
  • 150 neue Stellen für Produktion und Service
  • Auftragseingang stieg um 30 Prozent
  • Analysten heben Rating auf 'Hold' an

Aixtron baut einen neuen Standort in Malaysia. Die Aktie fällt trotzdem weiter. Das Auseinanderklaffen von operativer Stärke und Kursentwicklung wirft eine Frage auf: Wie lange hält der Rücksetzer noch an, wenn das Wachstumsgeschäft weiter läuft?

Am Freitag notiert die Aixtron-Aktie vorbörslich bei 40,20 Euro. Das ist ein Minus von 1,20 Prozent. Der Kurs bleibt damit rund 36 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 62,68 Euro, das er noch Mitte Juni markierte.

Neuer Standort in Penang soll KI-Nachfrage bedienen

Aixtron hat am Donnerstag Details zu einem neuen Produktions- und Entwicklungszentrum bekanntgegeben. Der Standort entsteht in Batu Kawan, Penang. Dort sollen rund 150 neue Stellen entstehen, verteilt auf Produktion, Engineering und Kundenservice.

Der neue Hub konzentriert sich auf Depositionsanlagen für drei Halbleitermaterialien: Galliumnitrid, Siliziumkarbid und Indiumphosphid. Diese Materialien bilden die Basis für die nächste Chip-Generation in KI-Rechenzentren. Sie ermöglichen höhere Energieeffizienz und mehr Leistungsdichte als herkömmliche Materialien.

CEO Felix Grawert begründet den Schritt mit der Nähe zu den großen asiatischen Halbleiterzentren. Das stärke den Kundensupport erheblich, so Grawert. Der operative Start in Penang ist für 2027 geplant, ein schneller Kapazitätshochlauf soll folgen.

Starkes Auftragsbuch trifft auf Sektorrotation

Die Expansion fällt in eine Phase heftiger Kursschwankungen. Eine branchenweite Sektorrotation im Halbleiterbereich hat in den vergangenen Wochen zu massiven Gewinnmitnahmen geführt. Allein in den letzten 30 Tagen verlor die Aixtron-Aktie 23,08 Prozent.

Operativ steht das Unternehmen deutlich besser da als der Kurs vermuten lässt. Im ersten Quartal 2026 stieg der Auftragseingang um rund 30 Prozent auf 171,4 Millionen Euro. Getrieben von dieser Dynamik im Optoelektronik-Geschäft hob das Management die Jahresprognose bereits im April an.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Aixtron nun mit einem Umsatz zwischen 530 und 590 Millionen Euro. Die erwartete EBIT-Marge liegt bei 17 bis 20 Prozent.

Analysten sehen begrenztes Abwärtsrisiko

Nach dem scharfen Kursrutsch positionieren sich erste Analysten neu. Das Analysehaus mwb research hat sein Rating auf „Hold“ angehoben. Die Begründung: Nach einem Kursrückgang von 34 Prozent binnen eines Monats gilt das weitere Abwärtspotenzial als weitgehend ausgereizt.

Auch die technischen Indikatoren stützen diese Einschätzung. Der RSI liegt bei 38,1 und nähert sich damit dem überverkauften Bereich. Für viele Marktbeobachter bleibt die langfristige Wachstumsstory intakt – gestützt durch den frischen Expansionsschritt in Malaysia.

Der nächste Test folgt schnell. Am Donnerstag, den 30. Juli, legt Aixtron den Halbjahresbericht vor. Im Fokus steht dabei vor allem eine Zahl: Wie stark hat die Nachfrage nach den G10-Plattformen für Galliumnitrid und Siliziumkarbid die Profitabilität im zweiten Quartal tatsächlich gestützt.

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