Aixtron Aktie: Analystenprall
Die Aixtron-Aktie korrigiert nach einer starken Rally, da Jefferies trotz leicht erhöhtem Kursziel auf "Hold" bleibt. Andere Banken sehen hingegen deutliches Aufwärtspotenzial bis 25 Euro.

- Jefferies stuft Aixtron trotz Kurszielanhebung auf "Hold"
- Bank of America sieht Aktie als KI-Infrastruktur-Favorit
- Kurs pendelt zwischen 18 und 25 Euro Analystenzielen
- Nächster Meilenstein ist der Jahresbericht Ende Februar
Ein Tag, zwei Welten: Während einige Häuser Aixtron als klaren Profiteur des KI-Booms sehen, tritt Jefferies plötzlich auf die Bremse. Die Folge sind Gewinnmitnahmen nach einer starken Rally – und ein Kurs, der nun zwischen Euphorie und Vorsicht pendelt. Wie groß ist der Spielraum nach oben noch, wenn ein prominenter Analyst nur begrenztes Potenzial sieht?
Jefferies bremst nach Rally
Auslöser der aktuellen Schwäche ist eine neue Studie von Jefferies-Analyst Janardan Menon. Er erhöht zwar das Kursziel leicht von 17,50 auf 18,20 Euro, bleibt aber bei der Einstufung „Hold“. Entscheidend: Das neue Ziel liegt unter dem Börsenkurs von rund 20 Euro und signalisiert damit aus Sicht von Jefferies ein Abwärtsrisiko von knapp 9 Prozent.
In seiner Branchenanalyse rechnet Menon 2026 mit einem „holprigen Ritt“ für den europäischen Halbleitersektor. Die Bewertungen seien bereits deutlich gestiegen, die Erwartungen hoch. Außerhalb des KI-Segments verlaufe die Nachfrage eher verhalten. Für Aixtron bedeutet das: Die jüngste Kursrallye wird von Jefferies als ambitioniert bewertet, was heute Gewinnmitnahmen ausgelöst hat.
Zur Einordnung der aktuellen Lage:
- Aktueller Kurs: 20,05 Euro
- Veränderung 7 Tage: -6,18 %
- Veränderung 30 Tage: +17,98 %
- 52‑Wochen-Spanne: 9,13 bis 21,37 Euro
- Abstand zum 52‑Wochen-Tief: rund +120 %
Trotz der kurzfristigen Korrektur liegt die Aktie damit klar über ihren mittelfristigen Durchschnittskursen, etwa dem 200‑Tage-Durchschnitt von 14,91 Euro. Der RSI von 25,1 deutet zugleich auf ein kurzfristig stark überverkauftes Niveau hin.
Analysten gespalten bei der Bewertung
Der Vorstoß von Jefferies trifft auf ein Umfeld, in dem andere Häuser deutlich optimistischer unterwegs sind. Erst gestern hat die Bank of America (BofA) Aixtron zum „Small- und Mid-Cap-Favoriten für 2026“ erklärt und ein Kursziel von 25,10 Euro ausgegeben. Sie sieht das Unternehmen als „Critical Infrastructure Supplier“ für die KI-Revolution – insbesondere wegen der starken Position bei Galliumnitrid-(GaN)-Lösungen.
Bereits am 8. Januar hatte Barclays sein Kursziel auf 25,00 Euro angehoben und die Einstufung „Overweight“ bestätigt. Damit stehen auf der einen Seite Kursziele im Bereich von 25 Euro, die deutliches Aufwärtspotenzial unterstellen, auf der anderen Seite die eher vorsichtige Jefferies-Sicht mit 18,20 Euro.
Diese Spanne zwischen rund 18 und 25 Euro spiegelt sich im Handel in spürbarer Volatilität wider. Während die optimistischen Lager auf einen anhaltenden KI-Superzyklus und ein kräftiges GaN-Wachstum setzen, warnen die Skeptiker vor dem bereits hohen Bewertungsniveau im europäischen Halbleitersektor.
Ein gewisser Rückhalt kommt von der Aktionärsseite: Laut einer Stimmrechtsmitteilung vom 9. Januar hält Goldman Sachs weiterhin einen Anteil von 7,04 Prozent. Diese anhaltend hohe Beteiligung wird am Markt als Zeichen institutionellen Vertrauens gewertet, auch wenn sie die kurzfristigen Schwankungen nicht verhindert.
Charttechnik und Ausblick bis Ende Februar
Charttechnisch ist die Region um 20 Euro wieder zur zentralen Marke geworden. Nach der starken Bewegung seit dem 52‑Wochen-Tief bei 9,13 Euro haben kurzfristige Gewinnmitnahmen den Kurs zuletzt um gut 6 Prozent von der Spitze zurückgeführt. Das jüngste Hoch liegt bei 21,37 Euro; ein stabiler Ausbruch über diese Zone wäre ein wichtiges Signal in Richtung der optimistischen Analystenziele.
Gleichzeitig sorgt die Kombination aus hoher Volatilität (30‑Tage-Volatilität annualisiert bei gut 93 Prozent) und dem niedrigen RSI dafür, dass kurzfristige Gegenbewegungen jederzeit möglich sind. Das übergeordnete Bild wird jedoch weniger von der Charttechnik als von den kommenden Zahlen geprägt.
Der nächste konkrete Wegweiser steht bereits fest: Am 26. Februar 2026 legt Aixtron den Geschäftsbericht 2025 und die Ergebnisse des vierten Quartals vor. Dann wird sich zeigen, ob die hohe Erwartungshaltung der optimistischen Häuser durch Auftragslage und Margen untermauert wird – oder ob die vorsichtige Linie von Jefferies näher an der Realität liegt. Bis zu diesem Termin dürften die stark divergierenden Analystenstimmen die Kursspanne vorgeben und Ausschläge in beide Richtungen begünstigen.
Aixtron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Aixtron-Analyse vom 13. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Aixtron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Aixtron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Aixtron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




