Aixtron Aktie: Aufträge verdoppeln sich
Optoelektronik prägt den Auftragszuwachs, während höhere Margen und ein kräftiger Free Cashflow das Quartalsergebnis stützen.

- Auftragseingang wächst um 122 Prozent
- Optoelektronik stellt 68 Prozent der Bestellungen
- EBIT steigt auf 56,7 Millionen Euro
- Aixtron bestätigt Umsatzprognose für 2026
Mehr als doppelt so viele Bestellungen wie vor einem Jahr, dazu eine Gewinnspanne, die sich fast verdreifacht hat: Aixtron liefert mit den endgültigen Zahlen zum dritten Quartal ein Bild, das stärker ist als der laufende Umsatz vermuten lässt. Der Auslöser heißt KI.
Optik treibt das Geschäft
Der Auftragseingang stieg im dritten Quartal um 122 Prozent auf 274,9 Millionen Euro. Rund 68 Prozent entfielen auf Optoelektronik, also auf Anlagen für Laserkomponenten, die in KI-Rechenzentren Daten übertragen. Kupferkabel stoßen dort bei Tempo und Effizienz zunehmend an Grenzen. Die Leistungselektronik kommt auf etwa 24 Prozent.
Der Auftragsbestand der Anlagen wuchs auf 549,4 Millionen Euro, nach 286,5 Millionen Euro vor einem Jahr. Das verschafft nach Unternehmensangaben Sicht weit in das Jahr 2027 hinein.
Der Umsatz legte im Quartal um 54 Prozent auf 183,6 Millionen Euro zu und lag damit in der Prognose. Über neun Monate bleibt er mit 358,1 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahr.
Marge und Cash überzeugen
Die Profitabilität springt ins Auge. Die Bruttomarge stieg auf 48 Prozent, getragen von einem vorteilhaften Produkt- und Regionalmix. Das operative Ergebnis kletterte auf 56,7 Millionen Euro, nach 15,4 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die EBIT-Marge liegt bei 31 Prozent.
Auch der Cashflow fällt kräftig aus. Der Free Cashflow erreichte im Quartal 127,8 Millionen Euro, vor allem wegen höherer Kundenvorauszahlungen. Die liquiden Mittel summieren sich auf knapp 945 Millionen Euro, wobei die platzierte Wandelanleihe dazu beiträgt. Netto bleibt ein Finanzvermögen von 590,9 Millionen Euro.
Leistungselektronik zieht an
Neu ist der Ton bei den Leistungshalbleitern aus Galliumnitrid und Siliziumkarbid. Dieser Markt war lange träge, nun melden erste Kunden Kapazitätserweiterungen. Vorstandschef Felix Grawert spricht von Anzeichen einer Erholung. Rückenwind kommen laut Unternehmen von neuen 800-Volt-Architekturen für KI-Rechenzentren und einer wieder stärkeren Nachfrage nach Elektroautos.
Die Prognose für 2026 bestätigt Aixtron: Umsatz von 560 Millionen Euro, plus/minus 30 Millionen, Bruttomarge von rund 42 Prozent und EBIT-Marge von 17 bis 20 Prozent.
Den hohen Auftragseingang will das Management in den kommenden Quartalen halten oder steigern. Für 2027 erwartet Grawert ein starkes Wachstumsjahr, angeführt von der Optoelektronik.
Die Aktie notierte vorbörslich bei rund 31 Euro, ein Plus von gut einem halben Prozent. Heute um 15:00 Uhr stellt sich das Management in einer Telefonkonferenz den Fragen der Analysten.
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