Aixtron Aktie: Lumentum vervierfacht InP-Kapazität

Lange Lieferfristen für KI-Transceiver stärken Aixtrons Perspektiven, während Risiken und hohe Erwartungen die Halbleiterbranche prägen.

Die Kernpunkte:
  • Transceiver-Lieferzeiten erreichen 40 bis 52 Wochen
  • Lumentum vervierfacht InP-Kapazitäten bis 2028
  • Aixtron liefert wichtige Epitaxie-Anlagen
  • Aktie steigt um 2,8 Prozent

Die steigende Nachfrage nach optischen Komponenten für KI-Rechenzentren sorgt für massive Lieferverzögerungen bei Transceivern und rückt Spezialmaschinenbauer wie Aixtron verstärkt in den Fokus.

Medienberichten zufolge liegen die Lieferzeiten für optische 800G- und 1.6T-Transceiver aktuell zwischen 40 und 52 Wochen. Engpassfaktoren sind dabei vor allem Kapazitäten für die Epitaxie sowie die Verfügbarkeit von Indium-Phosphid-Lasern (InP) und entsprechenden Substraten.

Kapazitätsausbau bei Schlüsselkunden

Um der Knappheit zu begegnen, investieren führende Branchenakteure massiv in die Erweiterung ihrer Produktion. So plant der US-Konzern Lumentum, seine InP-Kapazitäten bis zum Jahr 2028 zu vervierfachen. Das Unternehmen Coherent strebt an, die Produktion bis Ende 2026 zu verdoppeln und im darauffolgenden Jahr um mehr als 100 Prozent zu steigern. Diese Ausbaupläne stützen die Nachfrage nach den spezialisierten Anlagen von Aixtron, das als einer der zentralen Akteure im DACH-Raum für die Bereitstellung der benötigten Epitaxie-Infrastruktur gilt.

Der enorme Bedarf wird durch die ambitionierten Ausbauziele der großen Cloud-Anbieter getrieben. Microsoft beabsichtigt, seine KI-Kapazitäten bis 2032 zu verdreifachen. Oracle lieferte zuletzt bereits über 300.000 Grafikeinheiten (GPUs) aus und plant hohe Milliardeninvestitionen im laufenden Geschäftsjahr.

Nvidia-Chef Jensen Huang prognostizierte zudem auf einer Konferenz von Goldman Sachs, dass der Umsatz seines Unternehmens im kommenden Jahr um rund 70 Prozent wachsen könnte.

Marktposition und Kursentwicklung

Trotz der langfristigen Wachstumsaussichten durch den KI-Sektor spiegelt die Bewertung der Halbleiterwerte zunehmend die hohe Erwartungshaltung wider. Während die Nachfrage aus dem Bereich der Datenzentren als robust gilt, weisen Marktbeobachter auf Risiken wie die Kundenkonzentration und geopolitische Exportbeschränkungen hin. Zudem normalisiert sich die Nachfrage in einigen Teilbereichen des Halbleitermarktes bereits, was den Wettbewerbsdruck zwischen den großen Akteuren erhöht.

An der Börse zeigte sich das Papier zum Ende der Handelswoche dennoch freundlich und schloss am Freitag bei 37,59 Euro. Dies entspricht einem Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vortag.

Mit diesem Zuwachs festigte der Titel seinen Stand über einer wichtigen technischen Marke: Der Kurs notiert derzeit rund 4,8 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt, was den moderaten Erholungstrend der vergangenen Tage unterstreicht. Die Marktkapitalisierung beläuft sich damit auf 4,16 Milliarden Euro.

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