Aixtron Aktie: Neues Werk in Malaysia bestätigt

Aixtron meldet kräftige Bestellungen und baut Malaysia aus, muss im zweiten Halbjahr jedoch Umsatzprognose und Lieferfähigkeit bestätigen.

Die Kernpunkte:
  • Auftragseingang im zweiten Quartal plus 81 Prozent
  • Optoelektronik prägt Aixtrons Bestellmix
  • Neues Malaysia-Werk ab 2027 vorgesehen
  • Drittes Quartal am 29. Oktober

In einem volatilen Umfeld für Halbleiterwerte richtet sich das Augenmerk der Anleger bei Aixtron verstärkt auf die Umsetzung des hohen Auftragsbestands in tatsächliche Umsatzerlöse.

Während der Chipsektor am Montag vorletzter Woche unter Gewinnmitnahmen und Sorgen über die künftige Zinsentwicklung litt, sorgten positive Impulse durch Quartalszahlen von Nvidia am Donnerstag vorletzter Woche für eine vorübergehende Erholung.

Für Aixtron steht dabei die Frage im Zentrum, wie effizient das Unternehmen die Dynamik im Bereich der Optoelektronik nutzen kann, um die Jahresziele für 2026 zu erreichen.

Starkes Order-Momentum treibt die Erwartungen

Das Unternehmen verzeichnete zuletzt einen signifikanten Anstieg beim Auftragseingang. Allein im zweiten Quartal kletterten die Bestellungen um 81 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 214,5 Millionen Euro. Dieser Trend setzte sich im Juli fort, in dem laut Unternehmensangaben Aufträge im Wert von 95 Millionen Euro eingingen. Das Management betont dabei eine ausgeprägte Dynamik, die bereits eine Sichtbarkeit für die Jahre 2027 und 2028 bietet.

Besonders die Sparte Optoelektronik hat sich als tragende Säule erwiesen. Im zweiten Quartal entfielen rund 75 Prozent des Auftragseingangs für Anlagen auf diesen Bereich, was einem Volumen von 161 Millionen Euro entspricht. Diese Entwicklung unterstreicht den strukturellen Wandel innerhalb des Portfolios, weg von einer einseitigen Abhängigkeit von klassischen Leistungshalbleitern hin zu optoelektronischen Anwendungen.

Expansionskurs in Asien und finanzielle Basis

Um die langfristige Nachfrage zu bedienen, treibt Aixtron seine globale Präsenz voran. Ende Juli bestätigte das Unternehmen den Baubeginn für ein neues Werk in Malaysia. In dieses Projekt sollen zwischen 2026 und 2027 rund 40 Millionen Euro investiert werden. Der Produktionsstart ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen, wobei erste Auslieferungen aus diesem Werk für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant sind.

Finanziell stützt sich Aixtron auf eine solide Liquiditätsposition von zuletzt 816,2 Millionen Euro. Zudem wurde im April eine Wandelanleihe über 450 Millionen Euro mit einer Fälligkeit im Jahr 2031 platziert, die ohne laufende Verzinsung ausgestattet ist.

Diese Mittel sichern den Spielraum für die anstehenden Investitionen in Fertigungskapazitäten und Forschung, während das Unternehmen im ersten Halbjahr einen Free Cashflow von 162,1 Millionen Euro generierte.

Ausblick auf das zweite Halbjahr

Trotz eines herausfordernden ersten Halbjahres, in dem der Umsatz mit 174,5 Millionen Euro rund 30 Prozent unter dem Vorjahreswert lag, hält das Management an der Prognose für das Gesamtjahr fest.

Erwartet wird ein Umsatz zwischen 530 Millionen und 590 Millionen Euro bei einer EBIT-Marge von 17 bis 20 Prozent. Damit lastet ein hoher Erwartungsdruck auf dem Schlussquartal, für das ein Umsatz von rund 200 Millionen Euro avisiert wird.

An der Börse spiegeln die Daten eine langfristig positive Entwicklung wider, auch wenn die Aktie zuletzt Schwankungen unterworfen war. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von 109 Prozent.

Mit dem aktuellen Kurs von 36,23 Euro notiert der Wert zudem 2,4 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, der bei 35,38 Euro liegt. Der nächste wichtige Termin für den Nachweis der Lieferfähigkeit ist der 29. Oktober, an dem die Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht werden sollen.

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