Aixtron kann überraschen: Aktie im Aufwind

Den Schock vom Dezember haben die Aktionäre von Aixtron noch nicht überwunden. Zu diesem Zeitpunkt verloren die Papiere deutlich an Wert, nachdem eine Großbestellung aus China storniert wurde. Der Grund lag darin begründet, dass neue Maschinen von Aixtron in durchgeführten Tests die Anforderungen des Kunden nicht erfüllen konnten.

 

In den letzten Wochen wurde dieser Abwärtstrend kontinuierlich fortgeführt und die Aktie erreichte damit ihren tiefsten Stand seit dem Jahr 2008. Erst in den letzten Tagen konnte eine leichte Aufwärtsbewegung verzeichnet werden.

 

Überraschungsmoment bei Aixtron

Heute präsentierte der Spezialmaschinenbauer nun die vorläufigen Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr und konnte unter dem Strich dann doch besser abschneiden, als zuletzt befürchtet wurde.

Der Umsatz stieg insgesamt um 2% gegenüber dem Vorjahr auf 197,8 Mio. Euro. Aixtron selbst hatte im Dezember seine Prognose gesenkt und nur noch 190 Mio. Euro in Aussicht gestellt.

Das EBITDA konnte von -41,3 Mio. Euro im Vorjahr auf -16,4 Mio. Euro deutlich verbessert werden. Der Gesamtauftragseingang sank um 16% gegenüber dem Vorjahr auf 167,1 Mio. Euro. Neben vorab beschriebenen Problemen spürte Aixtron auch eine nachlassende Nachfrage nach LED-Produktionsanlagen.

 

LED-Markt weiterhin ein Problem

Hier erwartet das Unternehmen auch weiterhin schwierige Bedingungen. Zwar ist der Trend hin zu LED-Leuchten weiterhin vorhanden, jedoch werden die Marktbedingungen durch den harten Wettbewerb besonders unter den Herstellern in Asien und vorhandene Überkapazitäten weiterhin schlechter.

Im vergangenen Jahr gelang es Aixtron, die Herstellungskosten um 4% auf knapp 148 Mio. Euro zu senken. Das Bruttoergebnis stieg von 39,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 49,8 Mio. Euro. Die Bruttomarge kletterte entsprechend von 20 auf 25%. Unter dem Strich lag das EBIT bei -26,7 Mio. Euro nach -58,3 Mio. Euro im Jahr zuvor.

 

2016 wird rot bleiben

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern weiterhin nicht mit schwarzen Zahlen. Operatives Ergebnis und Konzerngewinn will man leicht gegenüber dem Vorjahr verbessern. Der Umsatz soll in der zweiten Jahreshälfte deutlich über dem des ersten Halbjahres liegen. Insgesamt werden Umsätze von 170 bis 200 Mio. Euro erwartet.

Der Auftragseingang ohne Währungseffekte soll auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet der Vorstand wieder das Erreichen eines postiven EBITDAs.

 

Aktie nimmt Anlauf

Die Marktteilnehmer atmen anscheinend spürbar auf, was der Aktie von Aixtron vorbörslich bereits zu einem Plus von mehr als 6% verhalf. Hoffnung scheint sich zu verbreiten, wenngleich abgewartet werden muss, wie lange man davon zehren kann.

160223 Aixtron

Unter dem Strich muss positiv gewertet werden, dass es dem Konzern gelungen ist, trotz der Auftragsstornierung und schwierigen Marktbedingungen die Ergebnisse deutlich zu verbessern. Dennoch bleiben noch jeden Menge Baustellen, um wieder deutlich profitabler zu werden.

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