Aixtron: Nach Kellerfahrt wieder neue Hoffnungen?

Am Maschinenbauer Aixtron scheiden sich weiterhin die Geister. Nachdem die Aktie in den letzten Wochen nach dem großen Ausverkauf eine gewisse Erholungstendenz zeigen konnte, ging es zum Wochenschluss wieder kräftig nach unten. Faktisch wurden fast sämtliche Erholung-Gewinne wieder ausradiert. Die Frage ist allerdings, ob hier der Markt nicht zu kurzfristig reagiert.

© Aixtron SE

Aixtron hat immer noch am Verbot der Übernahme durch den chinesischen Investor Grand Chip Investment zu knabbern. Bekanntlich hatten die Amerikaner eine Übernahme untersagt, weil sie Aixtron auch mit Blick auf militärische Anwendungen eine strategische Bedeutung zugemessen haben. Das brachte und bringt Aixtron in eine schwierige Lage. Denn um wettbewerbsfähig zu bleiben und neue Technologien mit entsprechendem Wachstumspotenzial entwickeln zu können, braucht man Geld, viel Geld.

Aixtron muss eigene (Geld-)Lösungen finden

Das wollten die Chinesen bereitstellen, doch nun muss Aixtron eigene Lösungen finden. Das wird erkennbar schwer werden. Was das konkret bedeuten kann, zeigte Aixtron mit der Vorlage der Jahresbilanz 2016. So sorgten hohe Forschung- und Entwicklungskosten erneut für einen Nettoverlust. Und auch für das neue Geschäftsjahr geht das Unternehmen von einem Ergebnisrückgang aus. Allerdings: Mit den 2016 Zahlen hat Aixtron auch unter Beweis stellen können, dass man durchaus Fortschritte macht.

Zwar lag der gemeldete Umsatz für das vergangene Jahr mit 196,5 Millionen Euro leicht unter den Vorjahreswerten. Dafür konnte allerdings der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 7,9 Millionen Euro mehr als halbiert werden. Unter dem Strich wies das Unternehmen einen Nettoverlust von 24 Millionen Euro aus, was einer Verbesserung um 18 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Weiteres wichtiges Detail: Der Auftragseingang nahm im letzten Jahr um 35 % auf gut 225 Millionen Euro zu, der höchste Wert seit fünf Jahren.

Auf der Suche nach Partnern

Für die weitere Perspektive benötigt Aixtron vor allem eins: Finanz- und Technologiepartner. Mögliche Optionen werden hier entsprechende Joint Ventures. Dabei gibt es auch personelle Risiken und Chancen. Denn aus Enttäuschung über den geplatzten China-Deal wird zum Ende des Monats der bisherige Vorstands- und Finanzchef Martin Goetzeler seinen Posten räumen. Der bisherige Aufsichtsratschef übernimmt interimistisch die Unternehmensführung. Es dürfte auch für den Markt äußerst spannend werden, wer am Ende Goetzeler tatsächlich nachfolgen wird. Denn daraus dürften sich auch entsprechende strategische Weichenstellungen ableiten lassen.

Gelingt Aixtron hier eine spannende Personalie, dürfte das auch für die Aktie einen positiven Impuls bringen. Das gilt auch für die Aussicht, dass Aixtron im nächsten Monat wieder in den TecDAX aufsteigen könnte. Die Aktie war im Dezember aus dem TecDAX herausgefallen, weil entsprechend den Übernahmebedingungen der Free Float nur noch gut zwei 20 % betragen hätte. Nach dem Scheitern der Übernahme beträgt der Free Float nun fast 100 %. Damit werden wieder die beiden Hauptkriterien Marktkapitalisierung und Börsenumsatz entscheidend. Hier liegt Aixtron auf Basis der Januar-Daten auf den Plätzen 26 und 14 und damit deutlich besser als beispielsweise Stratec Biomedical, die inzwischen schon als Abstiegskandidat gehandelt werden.

Bald wieder im TecDAX?

Sollte Aixtron ein Comeback im TecDAX gelingen, könnte dies zumindest zu einer gewissen Stabilisierung des Aktienkurses beitragen. Wobei wir insgesamt davon ausgehen, dass nach dem aktuellen Rücksetzer das Restrisiko grundsätzlich nicht unter 3 Euro geben sollte.

Fazit: Aixtron ist weiterhin ein hochriskantes Investment. Aber wir glauben, dass mit einer Rückkehr in den TecDAX, einem hoffentlich schnell zu findenden neuen Vorstandschef und womöglich baldigen Entwicklungspartnern eine kräftige Erholung jederzeit möglich sein kann. Aixtron ist aus unserer Sicht mindestens eine 100 %-Chance.

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