Aixtron tritt auf der Stelle, Aktie bleibt gefährdet

Mit Beschichtungsanlagen für die Halbleiterindustrie hat sich Aixtron in der Branche einen Namen gemacht. Während jedoch die Umsätze zuletzt gesteigert werden konnten, hielt diese Entwicklung im 1. Quartal dieses Jahres leider nicht an.

 

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© Aixtron SE

Aixtron kämpft mit hohen Überkapazitäten in der LED-Branche. Demzufolge lässt eine nachhaltige wieder anziehende Nachfrage auf sich warten.

 

Aixtron mit Umsatzeinbußen

So gingen die Umsatzerlöse um ganze 8% von zuvor 43,9 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf 40,3 Mio. Euro zurück. Das EBITDA verbesserte sich leit von -7,1 Mio.  Euro auf -6,4 Mio. Euro. Auch das EBIT konnte von zuvor -10,9 Mio. Euro auf -9,5 Mio. Euro verbessert werden. Der Auftragseingang mit 48,9 Mio. Euro blieb fast auf gleichem Niveau.

Positiv auf die Verringerung des Verlustes wirkte sich das eingeleitete Sparprogramm sowie der Abbau von Stellen aus. Hoffnung macht dagegen ein Großauftrag aus China. Dieser wurde im letzten Jahr unter Dach und Fach gebracht.

Teilweise wirkte sich dieser Auftrag bei den Auftragseingängen und dem Umsatz positiv auf das 1. Quartal aus. Den Großteil daraus kann Aixtron jedoch erst im Verlauf dieses Jahres buchen.

 

Sparen steht bei Aixtron auf dem Programm

Auch mit dem Sparen wird es weiter gehen. Die zweite Stufe des geplanten Programms steht bei Aixtron auf dem Plan. Organisation und Strukturen sollen an die sich ständig ändernden Kunden- und Marktanforderungen angepasst werden. Neben Kosteneinsparungen sucht man jedoch ständig auch nach neuen Marktchancen. Zum 01.04. dieses Jahres hat Aixtron zu diesem Zweck das US-Unternehmen PlasmaSi, Inc. übernommen.

Dennoch will Aixtron nicht den Mut verlieren und rechnet für dieses Geschäftsjahr mit einer schrittweisen Verbesserung der Lage. In der zweiten Jahreshälfte ist es das Ziel, beim EBITDA wieder einen Gewinn ausweisen zu können. Der Umsatz wird in der Spanne von 220 bis 250 Mio. Euro erwartet. Zum Vergleich, 2014 wurden hier 193,8 Mio. Euro erreicht.

 

Ist der Negativ-Trend bei Aixtron beendet?

Die Aktie kennt derweil seit September letzten Jahres nur noch den Weg nach unten. Bei 6,20 Euro hat sich jedoch anscheinend ein Boden ausgebildet, der als Unterstützung dient. Im gestrigen Tagesverlauf hielt diese Unterstützung jedenfalls und zwischenzeitlich gab sogar kleinere Zuwächse.

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Allerdings ergibt sich daraus kurzfristig noch keine wirkliche Hoffnung auf einen Rebound. Das Problem von Aixtron ist es schlicht, dass hier die wenigsten Investoren die sonst üblichen Vorschusslorbeeren verteilen wollen, sondern nach der langen Zeit der Enttäuschung erst auf handfeste Fakten warten. Insofern dürfte das kurzfristige Potenzial äußerst beschränkt sein und die Gefährdung eines Durchrutschens durch die Unterstützung hoch bleiben. Doch sollten Investoren Aixtron nicht aus den Augen verlieren. Denn bekommt das Unternehmen seine Kosten dauerhaft in den Griff und kann eine Dynamisierung des operativen Geschäfts schaffen, dürfte hier erstklassiges Hausse-Potenzial vorliegen. Aktuell mit Stopp-buy zu arbeiten, macht aber noch keinen Sinn.

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