Alamos Gold Aktie: Schlussquartal als Rettung?
Niedrigere Goldförderung und höhere Kosten belasteten das Quartal; für das Jahresende rechnet Alamos mit mehr Produktion.

- Umsatz steigt auf 510,4 Millionen US-Dollar
- Bereinigter Gewinn je Aktie unter Konsens
- Goldproduktion sinkt um 16 Prozent
- Schachtstart bei Island Gold verschoben
Alamos Gold hat im dritten Quartal 2026 mehr Umsatz erzielt, die Gewinnerwartungen aber verfehlt. Höhere Kosten und eine niedrigere Förderung belasten die Bilanz. Nach den gestern veröffentlichten Ergebnissen setzt das Unternehmen auf ein starkes Schlussquartal. Für Anleger steht damit die Frage im Mittelpunkt, ob die erwartete Produktionssteigerung den operativen Druck abfedern kann.
Höhere Erlöse verdecken den Kostendruck nicht
Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,44 US-Dollar. Der Konsens hatte bei 0,4846 US-Dollar gelegen. Damit blieb Alamos um 9,2% hinter den Erwartungen zurück.
Die Enttäuschung liegt also nicht allein in der Entwicklung gegenüber dem Vorjahr. Entscheidend ist auch, dass das Unternehmen die bereits eingepreisten Erwartungen nicht erfüllte. Das Umsatzwachstum reichte dafür nicht aus.
Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 10% auf 510,4 Mio. US-Dollar. Analysten hatten allerdings 529,01 Mio. US-Dollar erwartet.
Auf der Produktionsseite zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Die Rekordförderung bei Island Gold glich die planmäßig niedrigere Produktion bei Young-Davidson aus. Konzernweit blieb die Förderung dennoch unter dem Vorjahresniveau.
Alamos produzierte 119.000 Unzen Gold und damit 16% weniger als ein Jahr zuvor. Die nachhaltigen Gesamtkosten, kurz AISC, erreichten 1.956 US-Dollar je Unze.
Dieser Kostenanstieg begrenzt die Aussagekraft des Umsatzplus. Für die operative Beurteilung zählt nicht nur der Verkaufserlös, sondern auch der Aufwand je geförderter Unze. Die Aktie verliert heute -5,7% und spiegelt damit die anhaltende Skepsis nach den Zahlen wider.
Schlussquartal soll die Förderung beleben
Für das vierte Quartal erwartet Alamos eine Produktion von 140.000–160.000 Unzen. Die Jahresprognose für 2026 bleibt bei 510.000–560.000 Unzen.
Im Interview mit BNN Bloomberg stellte CEO John McCluskey gestern ein sehr starkes Schlussquartal in Aussicht. Die unveränderte Jahresprognose zeigt, dass Alamos trotz des schwächeren Quartals an seinem Produktionsrahmen festhält. Der erwartete Anstieg muss sich nun im operativen Geschäft bestätigen.
Finanziellen Spielraum liefert der freie Cashflow von 75,6 Mio. US-Dollar. Zum Quartalsende verfügte Alamos über 597,4 Mio. US-Dollar an Barmitteln. Im Oktober kamen weitere 160 Mio. US-Dollar aus dem Verkauf türkischer Anlagen hinzu.
Diese Mittel sind angesichts der laufenden Ausbauvorhaben relevant. Sie ändern allerdings nichts daran, dass sich einzelne Projekte verzögern und der geplante Produktionsanstieg mit Ausführungsrisiken verbunden bleibt.
Wachstumspfad bleibt mit Risiken behaftet
Die Inbetriebnahme des Phase-3+-Schachts bei Island Gold verschiebt sich um ein Quartal auf Mitte 2027. Die Ausbaukosten dürften das ursprüngliche Budget von 835 Mio. US-Dollar um 5% überschreiten.
Auch bei Puerto Del Aire läuft die Entwicklung langsamer als geplant. BMO sieht deshalb bei der Aktualisierung der Projektpläne das Risiko einer niedrigeren Produktionsprognose für das kommende Jahr. Eine entsprechende Senkung hat Alamos bislang nicht bekannt gegeben.
Am langfristigen Ziel einer Jahresproduktion von nahezu einer Million Unzen bis 2030 hält das Unternehmen fest. Für Anleger ist kurzfristig jedoch die Umsetzung wichtiger als die Zielgröße: Eine stärkere Förderung zum Jahresende wäre der erste Beleg, dass Alamos den aktuellen Ergebnisdruck operativ abfedern kann. Die verschobenen Projekttermine bleiben davon als eigenständiges Risiko bestehen.
Stand heute, 30. Oktober: Alamos Gold – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Alamos Gold investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.




