Alcoa hält sich tapfer – Kann die Aktie einen Boden finden?

Traditionell läutet Alcoa mit den Quartalszahlen die Bilanzsaison in den USA ein. Für viele sind die Zahlen des Aluminium-Produzenten ein Indikator für die Konjunkturentwicklung. Demzufolge müsste die Konjunktur wachsen, denn Alcoa konnte trotz fallender Rohstoffpreise Gewinne erzielen.

 

© quka - Fotolia.com
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Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Netto-Ergebnis um 1,4% auf unter dem Strich 140 Mio. Dollar oder 0,10 Dollar je Aktie. Ohne Berücksichtigung von Sonderposten liegt das Ergebnis bei 250 Mio. Dollar oder 0,19 Dollar pro Aktie. Im Vorjahresquartal waren es noch 216 Mio. Dollar oder 0,18 Dollar je Aktie. Der Umsatz konnte Alcoa nur minimal von 5,8 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal auf 5,9 Mrd. Dollar gesteigert werden.

 

Chinesische Konkurrenz belastet Alcoa

Der Aluminiumpreis machte Alcoa, neben dem starken Dollar, am meisten zu schaffen. Dieser ist nach einem Anstieg im April in den letzten Wochen wieder deutlich gefallen. Steigende Exporte und eine Ausweitung des Angebots aus China drücken den Aluminiumpreis.

Seit 2007 hat Alcoa die Schmelzkapazität um ein Drittel eingedampft. Doch die Konkurrenz vor allem aus China sorgt für ein Überangebot an Aluminium und drückt den Preis. Das Leichtmetall ist so günstig wie seit Jahren nicht mehr. An der Londoner Metallbörse liegt der Preis für eine Tonne Aluminium bei rund 1.644 Dollar. Das sind 11% weniger als zu Beginn des Jahres.

 

Auto- und Flugzeugindustrie als Wachstumstreiber

Wachstumstreiber bleiben weiterhin die Autoindustrie und die Luftfahrtbranche. Die starke Nachfrage machte den gesunkenen Aluminiumpreis wieder wett und verhalf dem Aluminium-Produzenten zur Gewinnsteigerung.

 

Alcoa-Aktie - Bodenbildung möglich

Ende 2013 begann die Alcoa-Aktie eine Rallye, die ihres Gleichen sucht. Die Notierung stieg bis zur langfristigen Widerstandszone zwischen rund 17,50 und 18,50 Dollar. An diesem Widerstand ist die Aktie im März dieses Jahres letztendlich gescheitert. Seitdem fällt die Aktie genauso rasant, wie sie Monate zuvor gestiegen ist. In den letzten Wochen hat sich der Abverkauf sogar noch verschärft.

Zwar erfüllte Alcoa mit den vorgelegten Zahlen nicht ganz die Erwartungen der Analysten, dennoch konnte sich die Aktie nach Börsenschluss wieder leicht erholen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht abwegig, dass sich die Notierung bei der aktuell erreichten Unterstützung von rund 10,80 Dollar stabilisiert.

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Am Gesamtbild ändert das allerdings nichts: Der Abwärtstrend wäre damit noch lange nicht beendet. Anleger sollten sich vor Augen halten, dass das Risiko vor weiteren Verlusten sehr groß ist. Die nächste wichtige Unterstützung liegt bei rund 9,30 Dollar. Hier wäre eine Bodenbildung wahrscheinlich. Analysten sind dennoch mehrheitlich optimistisch und empfehlen die Aktie zum Kauf. Wir sind da angesichts der Markttechnik skeptischer.

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