Alcoa: Vorstand zieht die Reißleine

Kommenden Montag veröffentlicht der Aluminiumproduzent Alcoa seine Quartalszahlen für das vierte Quartal des letzten Jahres. Damit beginnt traditionell die Berichtssaison in den USA. Erwartungsgemäß zieht das Zahlenwerk von Alcoa die Aufmerksamkeit auf sich, da die dann vorgelegten Zahlen sozusagen als Indikator für die Konjunkturentwicklung gewertet werden.

 

© quka - Fotolia.com
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Der Konzern steht vor der Aufspaltung. Konzernchef Klaus Kleinfeld, ehemaliger Chef von Siemens, will das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte spalten. Ein Bereich soll sich dabei künftig auf das Geschäft mit Leichtmetallen für die Flugzeug- und Autoindustrie konzentrieren. Der andere Bereich konzentriert sich künftig nur noch auf die traditionelle Aluminiumproduktion. Der Name Alcoa soll dabei künftig für das traditionelle Geschäft weiter verwendet werden.

 

Weiter sinkender Aluminiumpreis belastet

Zuvor gibt es jedoch noch so eine Art Kahlschlag. Sinkende Preise für Aluminium und der starke Dollar stellen Alcoa vor große Herausforderungen. Lag der Preis pro Tonne Aluminium im Juli letzten Jahres noch bei rund 1.644 Dollar so sind es aktuell nur noch rund 1.479 Dollar.

Zum einen sorgt die Konkurrenz aus China für ein Überangebot auf dem Markt und damit auch für den Preisverfall. Gleichzeitig ist die Nachfrage aus China deutlich zurückgegangen.

 

Alcoa schließt Schmelzhütte

Alles Gründe dafür, dass der Konzern nunmehr beschlossen hat, die größte Schmelzhütte für Aluminium in den USA zu schließen. Das Werk Warrick in Indiana soll noch im laufenden Quartal stillgelegt werden. Hier lag die Kapazität bei insgesamt 269.000 Tonnen im Jahr. Zugleich soll die Produktionskapazität vor allem in Texas reduziert werden.

 

Quartalsergebnis wird belastet

Für diese Maßnahmen erwartet Alcoa eine Belastung nach Steuern von rund 120 Mio. Dollar im vierten Quartal des Vorjahres. Für das laufende erste Quartal wird mit Belastungen von 50 bis 60 Mio. Dollar gerechnet.

Damit sinkt insgesamt die Produktion von Aluminium in den USA auf ca. 720.000 Tonnen pro Jahr. Das entspricht dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 1950. Im ganzen Land wird es dann nur noch fünf Schmelzöfen geben. Zum Vergleich, im Jahr 2000 waren es noch ganze 23.

 

Geht es für die Aktie weiter bergab?

Damit ist zu erwarten, dass die Aktie ihren Abwärtstrend wohl fortsetzen wird. Von Januar bis August letzten Jahres ging es kontinuierlich abwärts, bis der Boden bei 8,00 Dollar gefunden wurde.

160108 Alcoa

Seither kam es im Wechsel immer wieder zu steigenden und fallenden Kursen, wobei ein neuer Tiefstand im November bei 7,81 Dollar erreicht wurde. Bis dahin könnte es auch wieder abwärts gehen, da die Aussichten entsprechend eingetrübt sind. Genaue Daten werden wir am Montag sehen. Dann wird auch klar sein, wie sich die vorgenannten Belastungen insgesamt auf das Ergebnis ausgewirkt haben.

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