Alibaba: 710 Millionen Aktien zu 112,70 HK-Dollar

Alibaba platziert 710 Millionen neue Aktien und steigert den Umsatz, während Quartalsgewinn, Aktienkurs und Anlegerstimmung deutlich nachgeben.

Die Kernpunkte:
  • 710 Millionen neue Aktien platziert
  • Quartalsgewinn sinkt um 75 Prozent
  • Cloud und Instant-Commerce treiben Umsatz
  • Insider kaufen, Fonds reduziert Position

Alibaba hat die Ende August angekündigte Kapitalerhöhung vollzogen. Wie aus einer bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Meldung hervorgeht, platzierte der Konzern am 26. August 710 Millionen neue Aktien zu je 112,70 Hongkong-Dollar. Die entsprechende Monatsmeldung an die Hongkonger Börse wurde am 4. September nachgereicht, das ausgegebene Grundkapital steigt damit auf 19,88 Milliarden Aktien.

Die Kapitalmaßnahme reiht sich in eine Phase widersprüchlicher Signale ein. Während sich Alibaba frisches Geld für den Ausbau seiner Cloud- und KI-Infrastruktur sichert, belasten eine Sammelklage und schwache Gewinnzahlen die Stimmung. Der Kurs notierte am Montag bei 97,20 Euro und liegt damit rund 41 Prozent unter seinem Jahreshoch von 164,20 Euro, das Anfang Oktober vergangenen Jahres markiert wurde.

Sammelklage belastet, Insider kaufen

Mehrere Kanzleien haben Anfang September eine Sammelklage wegen mutmaßlichen Wertpapierbetrugs publik gemacht, die Käufe zwischen dem 26. Juni 2025 und dem 24. Juni 2026 betrifft. Anleger können sich bis zum 5. Oktober um den Status des federführenden Klägers bewerben.

Im Kern geht es um Vorwürfe unzureichender Risikoangaben im Zusammenhang mit einer möglichen Einstufung als „chinesisches Militärunternehmen“ sowie um Fragen zur sogenannten Modell-Destillation bei Alibabas KI-Systemen.

Parallel dazu meldeten Berichte auffällige Insiderkäufe: Firmengründer Jack Ma erwarb Alibaba-Aktien im Wert von rund 76,5 Millionen US-Dollar, Verwaltungsratschef und CEO Joe Tsai kaufte für mehr als 15 Millionen US-Dollar zu.

Auf der anderen Seite reduzierte der Vermögensverwalter Aubrey Capital Management laut einer Einreichung seine Alibaba-Position. Das gegenläufige Bild aus Insiderkäufen und institutionellem Verkauf spiegelt die Unsicherheit wider, mit der der Markt die Aktie derzeit bewertet.

Geschäftszahlen zeigen Wachstum bei sinkender Marge

Für das zum 30. Juni 2026 endende Quartal wies Alibaba einen Umsatz von 40 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn brach im selben Zeitraum jedoch um 75 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar ein. Das verwässerte Ergebnis je Aktie lag bei 0,46 Renminbi beziehungsweise 0,07 US-Dollar. Treiber des Umsatzwachstums waren laut den Zahlen vor allem das Cloud-Geschäft und die schnell wachsende Sparte für Instant-Commerce.

Reuters berichtete, dass der Umsatz im Instant-Retail-Geschäft um 45 Prozent auf 53,3 Milliarden Yuan gestiegen sei – ein Beleg für Alibabas aggressive Expansion in einem von Preiskämpfen geprägten Lieferdienstmarkt. Genau dieser Markt gilt als margenintensiv und dürfte den jüngsten Gewinneinbruch mitverursacht haben, während gleichzeitig Engpässe bei KI-Rechenzentren als zusätzlicher Belastungsfaktor genannt werden.

Ausblick bleibt gespalten

Die frische Kapitalspritze aus der Aktienplatzierung soll den weiteren Ausbau der KI- und Cloud-Kapazitäten finanzieren – ein Bereich, den Goldman Sachs Anfang September als potenziell werttreibend einstufte und dabei die Möglichkeit sah, dass sich die KI-Investitionen binnen drei Jahren amortisieren könnten. Diese Einschätzung stammt allerdings aus einem Kommentar und nicht aus einer frischen Analystenaktion mit Kursziel.

Für Anleger bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Wachsende Umsätze in Cloud und Instant-Commerce treffen auf einbrechende Gewinne, eine laufende Sammelklage und eine gerade erst verwässerte Aktienbasis. Die Kursentwicklung der vergangenen Wochen – ein Minus von 15 Prozent auf Monatssicht – deutet darauf hin, dass der Markt diese Unsicherheit derzeit stärker gewichtet als die langfristigen Wachstumsversprechen.

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