Alibaba Aktie: 5 Millionen Aktien zurückgekauft
Alibaba setzt Aktienrückkäufe nahe Jahrestief fort. Das Management signalisiert mit dem Programm Vertrauen in die eigene Strategie trotz anhaltender Kursschwäche.

- Über fünf Millionen Aktien zurückgekauft
- Rückkauf nahe 12 US-Dollar pro Aktie
- Aktie notiert 7,8 Prozent über Jahrestief
- Management signalisiert Vertrauen in Strategie
Alibaba lässt sich von schwachen Kursen nicht von seinem Rückkaufprogramm abbringen. Der chinesische Technologiekonzern hat in der letzten Juni-Woche über fünf Millionen Aktien zur Löschung zurückgekauft. Das Timing ist bemerkenswert: Der Kurs notiert aktuell nur wenige Prozent über seinem Jahrestief.
Rückkäufe laufen weiter, trotz Kursdruck
Alibaba reichte am 6. Juli 2026 ein Form 6-K bei der US-Börsenaufsicht ein. Darin dokumentiert der Konzern seine Kapitalstruktur und mehrere Meldungen an die Hongkonger Börse für den Zeitraum vom 29. Juni bis 3. Juli. Diese Meldungen zeigen: Zwischen dem 22. und 26. Juni kaufte Alibaba insgesamt 5.020.784 Aktien an der New Yorker Börse zurück.
Die Papiere wurden zu Kursen nahe 12 US-Dollar erworben. Grundlage ist ein Rückkaufmandat, das die Aktionäre bereits im September 2025 genehmigt hatten. Bislang hat der Konzern davon erst rund 0,03 Prozent ausgeschöpft — noch reichlich Spielraum für weitere Käufe.
Parallel gilt für Alibaba ein Moratorium: Bis zum 26. Juli darf der Konzern keine neuen Aktien ausgeben oder eigene Bestände verkaufen. Das schränkt die Kapitalaufnahme kurzfristig ein, entspricht aber den Hongkonger Börsenregeln für laufende Rückkaufprogramme.
Der Kurs bleibt unter Druck
Die Rückkaufmeldung fällt in eine schwierige Phase für die Aktie. Am Montag schloss das Papier bei 85,70 Euro — nur 7,8 Prozent über dem Jahrestief von 79,50 Euro, das erst am 26. Juni markiert wurde. Zum Oktoberhoch von 161,60 Euro klafft eine Lücke von fast 47 Prozent.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 35,6 Prozent verloren, allein in den vergangenen 30 Tagen waren es 17,75 Prozent. Kurzfristig zeigt sich zwar etwas Stabilisierung: Auf Wochensicht steht ein Plus von gut 2 Prozent zu Buche. Der 14-Tage-RSI von 29,8 signalisiert dennoch überverkauftes Terrain, und mit einer annualisierten Volatilität von knapp 29,5 Prozent bleibt die Schwankungsbreite hoch.
Sowohl der 50-Tage-Durchschnitt bei 104,31 Euro als auch der 200-Tage-Durchschnitt bei 125,06 Euro liegen weit über dem aktuellen Kurs. Diese Distanz unterstreicht, wie stark sich die Aktie von ihrem mittelfristigen Trend gelöst hat.
Ein Konzern zwischen mehreren Baustellen
Die Kursschwäche kommt nicht von ungefähr. Alibaba einigte sich kürzlich auf eine Zahlung von 600 Millionen US-Dollar, um eine Untersuchung des US-Justizministeriums zu illegalen Produktverkäufen auf seinen Plattformen beizulegen. Parallel eskaliert ein Streit mit dem KI-Unternehmen Anthropic rund um dessen Tool Claude Code.
Hinzu kommt ein juristisches Tauziehen um eine Pentagon-nahe Lobbying-Beschränkung. Ein US-Bundesrichter hat Alibaba hier kürzlich vorübergehend entlastet, eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus.
Vor diesem Hintergrund liest sich die konstante Rückkauftätigkeit als Signal: Das Management hält an seiner Kapitalstrategie fest, auch wenn von außen Druck auf die Aktie kommt. Sobald das Emissionsmoratorium am 26. Juli ausläuft, dürfte sich zeigen, ob Alibaba das Tempo der Rückkäufe erhöht — und ob das ausreicht, um den Kurs oberhalb seines Junitiefs zu stabilisieren.
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