Alibaba Aktie: 80.000 illegale Verkäufe in den USA
Alibaba einigt sich mit US-Behörden auf 600-Millionen-Dollar-Vergleich wegen illegaler Warenverkäufe auf seinen Plattformen.

- Vergleichszahlung von 600 Millionen Dollar
- Illegale Warenverkäufe zwischen 2016 und 2024
- Alibaba räumt Verstöße gegen US-Gesetze ein
- Aktie bleibt trotz kurzfristiger Erholung unter Druck
Alibaba einigt sich mit dem US-Justizministerium auf einen Vergleich. Der Konzern zahlt 600 Millionen Dollar. Der Vorwurf: Über Jahre hinweg gelangten illegale Waren über Alibaba-Plattformen in die USA.
Das US-Justizministerium wirft Alibaba vor, zwischen 2016 und 2024 rund 80.000 Verkäufe illegaler Produkte in die USA nicht verhindert zu haben. Betroffen waren Alibaba.com und AliExpress.com. Unter den Waren fanden sich illegale Arzneimittel und Ausrüstung zur Herstellung von Fälschungen, mit einem Warenwert von über 200 Millionen Dollar.
Die Details des Vergleichs
Alibaba verliert 200 Millionen Dollar an Vermögenswerten. Hinzu kommt eine Strafzahlung von 125 Millionen Dollar. Ein beteiligter US-Zahlungsdienstleister zahlt zusätzlich 85 Millionen Dollar Strafe und verliert 190 Millionen Dollar.
Beide Unternehmen sagen dem Justizministerium Kooperation zu. Sie wollen ihre Compliance-Programme ausbauen. Alibaba räumt ein, gegen den Federal Food, Drug, and Cosmetics Act verstoßen zu haben — konkret ging es um die mangelnde Kontrolle von Drittanbietern auf den eigenen Plattformen.
Der Vergleich dürfte Folgen für das gesamte grenzüberschreitende Geschäft haben. Alibaba muss seine Kontrollsysteme überarbeiten. Das könnte den Zugang von Drittanbietern zu US-Kunden künftig erschweren und das Risikoprofil des internationalen E-Commerce-Geschäfts verändern.
Die Aktie bleibt unter Druck
Am Freitag schloss die Alibaba-Aktie bei 85,80 Euro, ein Plus von 2,02 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Gewinn von 2,75 Prozent zu Buche. Die längerfristige Bilanz sieht deutlich schwächer aus.
Innerhalb von 30 Tagen verlor das Papier 21,86 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 35,49 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 161,60 Euro aus dem Oktober 2025 trennen die Aktie inzwischen fast 47 Prozent.
Zum 52-Wochen-Tief bei 79,50 Euro von Ende Juni bleibt allerdings noch ein Puffer von knapp 8 Prozent. Der 14-Tage-RSI liegt bei 29,9 — ein Wert, der auf eine überverkaufte Situation hindeutet. Kurzfristige Erholungsversuche wie am Freitag ändern am negativen Gesamttrend bislang wenig.
KI und Cloud als Gegengewicht
Während die Vergleichszahlung eine kurzfristige Belastung darstellt, treibt Alibaba parallel seine Investitionen in Künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und Quick Commerce voran. Die Cloud Intelligence Group verzeichnet beschleunigtes externes Umsatzwachstum. Bei KI-Produkten meldet Alibaba ein Umsatzplus im dreistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr.
Der Konzern startet zudem die AInnovator Masterclass 2026 für Unternehmer weltweit. Der Startup-Wettbewerb CoCreate Pitch von Alibaba.com wurde für 2026 überarbeitet, mit Fokus auf KI-Innovation und einem Preispool von über einer Million Dollar.
Die Frage, ob die hohen Ausgaben für KI und Cloud kurzfristig auf die Profitabilität drücken, bleibt für Investoren zentral. Der DOJ-Vergleich ist damit vor allem eines: ein zusätzlicher Belastungsfaktor in einer Phase, in der der Konzern ohnehin schon hohe Wachstumsinvestitionen gegen kurzfristigen Gewinndruck abwägen muss.
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