Alibaba Aktie: Analyst drückt Bremse

Ein Analyst stuft Alibaba von 'Buy' auf 'Hold' herab und senkt das Kursziel deutlich. Grund sind steigende Kosten und regulatorische Unsicherheit, trotz überraschend guter Cloud-Ergebnisse.

Die Kernpunkte:
  • Kursziel von 180 auf 140 US-Dollar gesenkt
  • Cloud-Umsatz wächst um rund 34 Prozent
  • Neue Rabattregulierung in China ab Februar
  • Institutionelle Investoren bauen Positionen aus

Alibaba steht erneut im Spannungsfeld zwischen stark wachsendem Cloud-Geschäft, zähem Kerngeschäft im Handel und zunehmend strenger Regulierung in China. Nun sorgt eine deutliche Herabstufung durch einen bislang klar optimistischen Analysten für frischen Druck. Im Kern geht es um eine einfache Frage: Reicht das Cloud-Wachstum, um die Sorgen um Margen und Kosten im E-Commerce aufzufangen?

Deutliche Herabstufung trotz guter Zahlen

Auslöser der aktuellen Skepsis ist eine Entscheidung von Freedom Capital Markets. Analyst Roman Lukianchikov hat seine Einstufung für Alibaba am 7. Januar 2026 von „Buy“ auf „Hold“ zurückgenommen und das Kursziel spürbar von 180 auf 140 US‑Dollar gesenkt.

An der Börse blieb das nicht ohne Wirkung: In New York gab die Aktie am Dienstag um mehr als 3 % nach, in Hongkong setzten sich die Verluste am Mittwoch mit rund 3,5 % fort. Damit reagiert der Markt klar auf den Kurszielschnitt – und weniger auf die jüngsten Geschäftszahlen, die eigentlich besser als erwartet ausgefallen waren.

Lukianchikov begründet seinen Schritt mit steigenden operativen Kosten und nachlassendem Wachstum im Kerngeschäft Handel. Zwar legte die Cloud-Sparte im Jahresvergleich um rund 34 % zu, getragen von der hohen Nachfrage nach Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Doch die dafür nötigen Investitionen belasten aus seiner Sicht die kurzfristige Visibilität der Renditen und könnten die Margen einengen – trotz der jüngsten Gewinnüberraschung im Q2 des Geschäftsjahres 2026.

Regulierung stoppt Rabattschlacht

Parallel verarbeitet der Markt neue Eingriffe der chinesischen Behörden. Peking will die aggressiven Rabattstrategien der großen E‑Commerce-Plattformen eindämmen und damit die teils „brutalen Online-Discount-Wars“ beenden.

Am 7. Januar wurde bekannt, dass neue Regeln ab Februar in Kraft treten sollen. Sie betreffen unter anderem Alibaba, JD.com und Meituan und verbieten Plattformen, Händler zu extremen Preisnachlässen zu drängen. Ziel ist es, den Wettbewerb zu zügeln und die Marge der Händler zu schützen.

Kurzfristig unterstreicht das jedoch vor allem eines: Den intensiven Konkurrenzdruck im chinesischen Onlinehandel, der die Profitabilität der großen Plattformen bislang spürbar belastet. Langfristig könnten stabilere Preisstrukturen zwar die Margen im Sektor stützen, für den Moment verstärkt die Regulierung aber die Unsicherheit über die künftige Ertragskraft des Kerngeschäfts.

Institutionelle Investoren bleiben engagiert

Interessant ist der Gegensatz zwischen dem vorsichtigeren Analystenkommentar und den Aktivitäten großer Adressen. Laut MarketBeat hat Gunderson Capital Management im dritten Quartal 2025 insgesamt 43.172 Alibaba-Aktien erworben – im Wert von rund 7,72 Mio. US‑Dollar. Zuvor hatten bereits andere Schwergewichte wie Norges Bank und UBS ihre Engagements ausgebaut.

Diese Käufe deuten darauf hin, dass zumindest einige langfristig orientierte Investoren das aktuelle Niveau als attraktiv einschätzen und die kurzfristigen Gegenwinde – höhere Kosten, Regulierungsrisiken, intensiver Wettbewerb – in Kauf nehmen, um auf die strukturellen Wachstumstreiber wie Cloud und KI‑Infrastruktur zu setzen.

Zwischen Konsens und Skepsis

Die Herabstufung von Freedom Capital steht klar im Kontrast zum übrigen Analystenbild. Der neue Zielkurs von 140 US‑Dollar liegt deutlich unter dem aktuellen Konsens, der bei rund 205 US‑Dollar verortet wird. Vom zuletzt gehandelten Bereich um 147–150 US‑Dollar signalisiert der Durchschnitt der Schätzungen damit weiterhin nennenswertes Aufwärtspotenzial.

Diese Spanne verdeutlicht die wachsende Meinungsdifferenz: Während Lukianchikov stärker auf die Gefahr sinkender Margen im Handel und die Belastung durch hohe KI- und Cloud-Investitionen fokussiert, traut der breitere Markt Alibaba offenbar zu, die kostspielige Ausbauphase in profitables Wachstum zu überführen.

Operativ zeigt sich dieses Spannungsfeld klar:

  • Cloud-Umsätze wachsen mit rund 34 % im Jahresvergleich deutlich.
  • Der klassische Handel tut sich schwer, ohne aggressive Rabatte zu wachsen.
  • Die neuen Regeln aus Peking könnten mittelfristig die Preisdynamik beruhigen, verweisen aber auf den harten Wettbewerb.
  • Hohe Investitionen in KI- und Cloud-Infrastruktur drücken kurzfristig auf die Marge, sollen aber die Basis für künftiges Wachstum legen.

Technisch ist die Lage angespannt: Der RSI auf 14‑Tage-Basis liegt mit etwa 29 im überverkauften Bereich, zugleich hat die Aktie in den vergangenen sieben Tagen rund 10 % verloren und notiert gut 18 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, aber immer noch deutlich über dem Tief der letzten zwölf Monate.

Ausblick: Zwischen Unterstützungen und Ergebnistermin

Aus Marktsicht rückt nun der von Freedom Capital genannte Bereich um 140 US‑Dollar in den Fokus, der als wichtige Unterstützungszone gilt. Auf der Oberseite verläuft ein erster Widerstand um das Niveau von gut 150 US‑Dollar, dem jüngsten Eröffnungsniveau vor dem Rücksetzer.

Entscheidend wird der nächste Zahlenstichtag: Die kommenden Quartalszahlen, die für den 19. Februar 2026 erwartet werden, sollen zeigen, ob das starke Wachstum der Cloud-Sparte ausreicht, um die Abkühlung im Handel und den Margendruck zu kompensieren. Bis dahin dürfte die Aktie anfällig für Schwankungen bleiben, da der Markt die skeptischere Stimme von Freedom Capital gegen den weiterhin klar höheren Analystenkonsens abwägt.

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