Alibaba Aktie: Anthropic-Bann bis 10. Juli
Alibaba untersagt die Nutzung von Anthropics KI wegen Sicherheitsbedenken und setzt auf Eigenentwicklung Qoder.

- Nutzungsverbot für Anthropic-Software
- Sicherheitsbedenken als offizieller Grund
- Eigene KI-Plattform Qoder als Alternative
- Aktie zeigt deutliche Kursschwäche
Chinesische Tech-Konzerne setzen zunehmend auf Eigenentwicklungen. Alibaba geht jetzt einen ungewöhnlich harten Schritt: Das Unternehmen verbietet seinen Mitarbeitern die Nutzung von KI-Software des US-Anbieters Anthropic. Sicherheitsbedenken sind der offizielle Grund. Dahinter steckt ein handfester Industriestreit.
Die Anweisung kommt nicht aus heiterem Himmel. Sicherheitsforscher hatten in Anthropics Programmen Code gefunden, der offenbar die Nutzerumgebung auf 147 chinesische Domain-Adressen überprüft — darunter Proxy-Einstellungen und Zeitzonen. Alibaba spricht intern von „Back-Door-Risiken“, also Hintertüren, die unerwünschte Zugriffe ermöglichen könnten.
Anthropic selbst bezeichnete die Kontrollfunktionen als experimentelle Anti-Betrugs-Maßnahmen. Die Bewertung des chinesischen Konzerns fällt deutlich härter aus. Bis zum 10. Juli müssen sämtliche Anthropic-Produkte, darunter Claude Code, von Unternehmensrechnern verschwinden. Die Alternative heißt Qoder — Alibabas eigene, KI-gestützte Programmierplattform.
Eskalation auf mehreren Ebenen
Der Streit ist kein Einzelfall. Anthropic hatte Alibaba zuvor vorgeworfen, durch einen groß angelegten „Distillation-Angriff“ fremde KI-Modelle systematisch ausgesaugt zu haben. Rund 25.000 betrügerische Konten sollen zwischen April und Juni fast 29 Millionen Interaktionen mit Anthropics Technologie ausgelöst haben — mit dem Ziel, konkurrierende KI-Modelle zu trainieren.
Alibaba baut seine KI-Infrastruktur derweil aus. Das hauseigene Qwen-Modell fließt in immer mehr Plattformen ein — von Taobao über Alipay bis Fliggy. Hinzu kommt der Alibaba Token Hub. Der Konzern beteiligte sich zudem an einer 2,8 Milliarden Dollar schweren Finanzierungsrunde für Kling AI, gemeinsam mit Tencent und Baidu.
An der Börse zeigt die Aktie derweil Schwäche. Am Freitag schloss sie bei 85,80 Euro — ein Plus von zwei Prozent. Auf Monatssicht steht ein Minus von knapp 22 Prozent. Der Kurs liegt rund 47 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von Oktober 2025. Der RSI von knapp 30 signalisiert technisch überverkaufte Niveaus, was auf eine mögliche Stabilisierung hindeuten könnte. Die 200-Tage-Linie bei über 125 Euro bleibt jedoch in weiter Ferne.
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