Alibaba Aktie: Bernstein senkt Ziel auf 165 Dollar

US-Vorwürfe gegen Alibaba und hohe KI-Ausgaben erhöhen den Druck. Bernstein senkt das Kursziel, während Taobao Marktanteile behauptet.

Die Kernpunkte:
  • US-Behörden prüfen chinesische KI-Nutzung
  • Bernstein reduziert Kursziel auf 165 Dollar
  • Kapitalmaßnahme über 10,2 Milliarden Dollar
  • Taobao erreicht 45,7 Prozent Marktanteil

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters werfen US-Behörden mehreren chinesischen Tech-Konzernen die unzulässige Nutzung amerikanischer Technologie vor. Alibaba, DeepSeek, Moonshot AI und drei weitere Unternehmen aus China sollen Varianten von in den USA entwickelten KI-Modellen verwendet haben.

Ziel dieser Praxis sei die Beschleunigung der eigenen Produktentwicklung gewesen. Für Alibaba betrifft dies vor allem das Geschäft mit den Qwen-Modellen. Infolge der behördlichen Vorwürfe drohen diesem Bereich nun erhöhte regulatorische und geopolitische Risiken.

Bernstein stutzt das Kursziel

Die wachsenden Herausforderungen spiegeln sich auch in den Einschätzungen der Analysten wider. Das Analysehaus Bernstein passte am 8. September seine Bewertung für die Aktie an. Die Experten senkten das Kursziel von 180 auf 165 US-Dollar, beließen ihre Einstufung jedoch auf „Buy“.

Bernstein begründete diesen Schritt mit Sorgen über die geplanten Ausgaben für künstliche Intelligenz. Hinzu kommt die Alibaba Kapitalerhöhung vor rund zwei Wochen, seither verlor das Papier 3,5 Prozent an Wert. Diese Kapitalmaßnahme hatte einen Umfang von 10,2 Milliarden US-Dollar. Die Kombination aus hohem Investitionsbedarf und politischem Gegenwind sorgt am Markt für spürbare Vorsicht.

Druck auf den Aktienkurs

An den Börsen hinterlässt die Gemengelage deutliche Spuren. Gestern ging das Papier mit einem Schlusskurs von 94,70 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Aktie auf 25 Prozent.

Einen Kontrast zu den geopolitischen Spannungen im Technologiebereich bildet das operative Geschäft im Heimatmarkt. Nach dem vorangegangenen Preiskampf bei den Lieferdiensten tritt der chinesische Onlinehandel in eine veränderte Phase ein.

Laut Reuters sicherte sich Alibabas Einheit Taobao Instant Commerce einen geschätzten Marktanteil von 45,7 Prozent im chinesischen Instant-Commerce-Sektor. Der Konkurrent JD.com kam im gleichen Segment lediglich auf einen Anteil von 7,7 Prozent.

Das traditionelle Handelsgeschäft liefert damit weiterhin ein solides Fundament. Strategisch steht Alibaba dennoch vor der Aufgabe, die wachsenden Hürden für seine KI-Sparte Qwen zu bewältigen.

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