Alibaba Aktie: Chip-Lieferstopp droht?

Reuters führt den Kursrückgang auf das Marktumfeld zurück; zugleich bleiben Lieferungen bestellter Nvidia-Chips unsicher.

Die Kernpunkte:
  • Alibaba-Aktie gibt 4,3 Prozent nach
  • Reuters nennt schwachen China-Markt als Umfeld
  • Chipbestellungen mehrerer Konzerne ohne Liefergarantie
  • JPMorgan senkt Kursziel auf 200 Dollar

Alibaba gerät heute im Sog des schwachen chinesischen Aktienmarkts unter Druck. Die Tagesveränderung beträgt -4,3%. Reuters berichtet über fallende chinesische Aktien angesichts von Sorgen um CATLs nachlassendes Gewinnwachstum und schwindender Erwartungen an umfangreiche Konjunkturhilfen. Einen unternehmensspezifischen Auslöser für Alibabas Rückgang nennt die Nachrichtenagentur nicht.

Damit steht zunächst das Marktumfeld im Vordergrund. Die Schwäche erfasst laut Reuters auch andere große Technologiewerte. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Die heutige Kursbewegung lässt sich nicht als unmittelbare Reaktion auf eine neue operative Negativmeldung von Alibaba einordnen. Gleichzeitig richten die jüngsten Unternehmensnachrichten den Blick auf den Ausbau der KI-Angebote.

Große Chipbestellung mit Lieferunsicherheit

Gestern berichtete Reuters über Bestellungen von Nvidia-Grafikkarten durch ByteDance, Alibaba und Tencent. Zusammen hätten die Unternehmen mehr als 3 Millionen Karten geordert. Der gemeinsame Listenpreis liege bei über US$35 Milliarden. Diese Angaben betreffen alle beteiligten Unternehmen zusammen und sind keine alleinige Investitionssumme Alibabas.

Bei den bestellten Produkten handelt es sich um RTX PRO 5500. Der Bericht steht im Zusammenhang mit den US-Beschränkungen für den Chiphandel mit China. Nvidia könne die Erfüllung der Bestellungen nicht garantieren.

Für die Einordnung zählt damit nicht nur die Größenordnung der Nachfrage. Ebenso wichtig ist die Unsicherheit über die tatsächliche Lieferung. Aus einer Bestellung folgt noch keine gesicherte Verfügbarkeit der Hardware. Der Bericht verbindet die Nachfrage nach Rechenkapazität mit einem Vorbehalt auf der Angebotsseite.

KI-Angebote treffen auf vorsichtigere Bewertung

Alibaba meldete am 15. Oktober eine Rekordbeteiligung von Marken am Einkaufsereignis 11.11. Das Unternehmen beschrieb außerdem seinen Qwen-gestützten Einkaufsassistenten mit Anbindung an Taobao und Tmall.

Damit stehen neben der Hardwarebeschaffung auch konkrete Anwendungen für Kunden im Mittelpunkt. Die Meldung zur Markenbeteiligung enthält allerdings noch kein abschließendes Verkaufsergebnis des Einkaufsereignisses.

Am 14. Oktober berichtete die South China Morning Post über eine weitere Freigabe. Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie habe Alibabas Systeme Tongyi Qianwen und Tongyi Wanxiang für mehrere Apple-Handys in China zugelassen.

Auf der Bewertungsseite setzte JPMorgan zuvor einen vorsichtigeren Akzent. Analyst Alex Yao senkte am 12. Oktober das Kursziel von $210 auf $200 und behielt die Einstufung „Übergewichten“ bei. Die positive Einstufung blieb damit trotz des niedrigeren Ziels bestehen.

Für Alibaba ergibt sich ein gemischtes Bild: Fortschritte bei KI-Anwendungen und eine hohe Markenbeteiligung stehen Lieferunsicherheit bei Chips gegenüber. Den heutigen Verkaufsdruck ordnet Reuters jedoch dem breiteren chinesischen Marktumfeld zu.

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