Alibaba Aktie: Chippläne im Fokus
Die geplante Abspaltung der Halbleitereinheit T-Head könnte Alibabas Wert um 6 bis 14 Prozent steigern. Analysten sehen langfristiges Potenzial, erwarten aber keinen Börsengang vor 2027.

- Wert von T-Head auf 25 bis 62 Milliarden Dollar geschätzt
- Aktie zeigt starke Kursreaktion mit anschließender Konsolidierung
- JPMorgan bestätigt Overweight-Rating und Kursziel von 210 Dollar
- Chip-Sparte ist zentral für KI- und Cloud-Strategie
Alibaba stellt seine Chip-Sparte neu auf – und genau das sorgt aktuell für Bewegung in der Aktie. Die geplante Abspaltung der Halbleitereinheit T-Head („Pingtouge“) schürt Fantasie, zugleich zeigen die Kurse, dass Anleger sehr genau zwischen kurzfristigen Risiken und langfristigem Potenzial unterscheiden. Entscheidend ist nun: Wie stark kann ein eigenständiges Chip-Geschäft den Wert des Gesamtkonzerns heben?
T-Head-Spinoff als Werttreiber
Alibaba formt seine Chip-Sparte zu einer eigenständigen Einheit um, an der Mitarbeiter beteiligt werden sollen. Marktbeobachter werten das klar als Vorbereitung für einen Börsengang von T-Head.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Alibaba?
JPMorgan hat in einer heute veröffentlichten Analyse erstmals eine konkrete Spanne für den möglichen Wert angesetzt: Demnach könnte T-Head eigenständig zwischen 25 und 62 Milliarden US-Dollar wert sein. Umgerechnet entspräche das rund 6 bis 14 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung von Alibaba – also kein Nebenschauplatz, sondern ein relevanter Wertblock.
Trotz der hohen Spanne bremsen die Analysten überzogene Erwartungen beim Timing. Mit einem Listing noch 2026 sei eher nicht zu rechnen; wahrscheinlicher sei ein Zeitraum Ende 2026 oder 2027. Als Börsenplätze nennt JPMorgan Hongkong oder den technologieorientierten STAR-Markt in Shanghai als realistische Kandidaten.
Unterschiedliche Marktreaktionen in den USA und Europa
Die Nachricht hat zunächst für deutliche Kursfantasie gesorgt, ehe ein Teil der Gewinne wieder abgegeben wurde. In den USA legte der Titel gestern an der NYSE um mehr als 5 Prozent zu, bevor heute in Europa Gewinne mitgenommen werden.
Auf Tradegate liegt die Aktie aktuell bei 147,60 Euro und damit spürbar unter dem gestrigen Schlusskurs von 152,60 Euro. Trotz des Rücksetzers notiert die Aktie auf Sicht von zwölf Monaten rund 78 Prozent höher und deutlich über ihren gleitenden Durchschnitten – ein Hinweis auf eine weiterhin intakte übergeordnete Aufwärtsbewegung bei gleichzeitig hoher Schwankungsbreite.
Dieses Muster – starke Reaktion in den USA, gefolgt von Konsolidierung in Europa – deutet darauf hin, dass der Markt die strategische Neuaufstellung grundsätzlich positiv bewertet, kurzfristig aber Kursgewinne absichert.
Was Analysten ableiten
Die Investmenthäuser haben schnell auf die Pläne reagiert und ordnen den Schritt in die Gesamtstrategie ein.
- JPMorgan bestätigt in der heutigen Studie das Rating „Overweight“ und nennt ein Kursziel von 210 US-Dollar. Die Bank sieht im möglichen T-Head-IPO einen wichtigen Baustein zur Freisetzung versteckter Werte im Konzern.
- Arete Research hatte die Aktie bereits am 21. Januar von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel auf 190 US-Dollar angehoben.
Im Konsens bewegt sich die Spanne der Kursziele nun überwiegend zwischen 192 und 203 US-Dollar. Die geplante Monetarisierung des Chip-Geschäfts wirkt damit wie ein Anker für höhere faire Bewertungen, ohne dass der operative Weg dorthin ausgeblendet wird.
Rolle im KI-Ökosystem von Alibaba
Der Schritt kommt nicht isoliert, sondern eingebettet in eine breiter angelegte KI-Strategie. T-Head entwickelt Prozessoren, darunter die Hanguang-Reihe, die für Cloud-Dienste und KI-Workloads von Alibaba zentral sind. Ein eigenständiges, kapitalmarktfähiges Chip-Unternehmen könnte hier mehr Sichtbarkeit und unter Umständen besseren Zugang zu Finanzierung bringen.
Parallel treibt Alibaba die Software-Seite voran. Bereits am 15. Januar wurde das eigene KI-Modell Qwen aktualisiert und tiefer in das E-Commerce-Ökosystem integriert. Damit reicht die Wertschöpfung vom eigenen Chipdesign über die Cloud-Infrastruktur bis hin zu KI-Anwendungen – ein Umfeld, in dem eine separat bewertete Halbleitersparte aus Anlegersicht besonders interessant erscheint.
Fazit: Hohe Erwartungen, langer Zeithorizont
Unterm Strich steht eine klare Botschaft: Der Markt honoriert die Aussicht auf zusätzliche Wertschöpfung durch einen T-Head-Börsengang, blendet aber die praktischen Hürden und den zeitlichen Vorlauf nicht aus. In den kommenden Monaten wird es vor allem darauf ankommen, wie konkret Alibaba die nächsten Schritte – etwa zur Struktur, Beteiligung der Mitarbeiter und möglichem Börsenplatz – kommuniziert und ob die operativen Fortschritte im KI- und Cloud-Geschäft die aktuell hohen Erwartungen an das Chip-Ökosystem untermauern.
Alibaba-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alibaba-Analyse vom 23. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Alibaba-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alibaba-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Alibaba: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




