Alibaba Aktie: Die Zhenwu-Wette!

Alibaba prüft eine Stromversorgung für Puertollano; eine Einigung mit Solaria steht noch aus, während die Aktie seit Jahresbeginn 26 Prozent verlor.

Die Kernpunkte:
  • Stromgespräche mit Solaria ohne Einigung
  • Cloud-Kapazität soll bis 2032 wachsen
  • Fang Jiang verkaufte 885.272 Aktien
  • Alibaba-Aktie seit Jahresbeginn 26 Prozent niedriger

Alibaba stellt die Weichen für den weiteren Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur in Europa. Laut Bloomberg führte das chinesische Technologieunternehmen Vorgespräche mit dem spanischen Ökostromerzeuger Solaria Energía y Medio Ambiente SA. Im Mittelpunkt des Austauschs stand eine mögliche Belieferung eines Rechenzentrums im spanischen Puertollano mit grünem Strom. Eine Einigung wurde bisher nicht erzielt.

Die Erschließung neuer Energiequellen ist für internationale Cloud-Betreiber ein zentraler Baustein bei der Expansion. Der Betrieb moderner Rechenzentren erfordert immense Strommengen, weshalb verlässliche Abkommen mit Erzeugern erneuerbarer Energien für Tech-Konzerne unverzichtbar werden. Sollte das Vorhaben in Spanien zustande kommen, würde Alibaba seine Präsenz auf dem europäischen Festland strategisch verstärken.

Globale Ausbauziele für die Cloud-Sparte

Die Gespräche auf der iberischen Halbinsel fügen sich in die weltweiten Expansionspläne des Konzerns ein. Auf der Konferenz Apsara kündigte das Unternehmen an, die weltweite Gesamtkapazität seiner Rechenzentren bis zum Jahr 2032 auf mehr als 20 Gigawatt zu steigern. Zudem plant Alibaba den Aufbau erster Cloud-Regionen in der Türkei, in Finnland sowie in den Niederlanden.

Flankiert wird dieser Ausbau durch eigene Server-Hardware für Anwendungen künstlicher Intelligenz. Der neu vorgestellte Prozessor Zhenwu V900 soll im ersten Quartal 2027 in die Massenproduktion gehen und für den kommerziellen Einsatz bereitstehen. Mit dieser technischen Basis will das Unternehmen den rasant steigenden Bedarf an Rechenleistung bedienen.

Der Vorstoß in Übersee verdeutlicht die Absicht, das Cloud-Geschäft über den chinesischen Heimatmarkt hinaus breiter aufzustellen. Während das Engagement im KI-Bereich hohe Investitionen erfordert, bleibt das wirtschaftliche Umfeld für den Konzern anspruchsvoll.

Insiderverkäufe und Marktentwicklung

Parallel zu den technologischen Vorhaben wurden Veränderungen bei den Insiderbeständen gemeldet. Chief People Officer Fang Jiang veräußerte am 30. September insgesamt 885.272 Stammaktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 13,55 US-Dollar. Zugleich gab das Unternehmen im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungen neue Anteile aus.

Anleger blicken derweil mit Zurückhaltung auf die ambitionierten Investitionspläne. Trotz der strategischen Weichenstellungen in Richtung künstlicher Intelligenz und internationaler Expansion dominieren am Parkett weiterhin makroökonomische Sorgen sowie der intensive Wettbewerb im Heimatmarkt.

Diese Skepsis spiegelt sich auch im Aktienkurs wider. Am Freitag ging das Papier mit einem Minus von 1,6 Prozent bei 94,00 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie damit einen Wertverlust von 26 Prozent.

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