Alibaba Aktie: Margen im Fokus

CLSA bestätigt Outperform-Rating für Alibaba, senkt jedoch die Gewinnprognose für das Kerngeschäft deutlich. Das Cloud-Geschäft wächst hingegen stark, angetrieben durch KI-Investitionen.

Die Kernpunkte:
  • CLSA senkt EBITA-Prognose um 52 Prozent
  • Cloud-Sparte wächst um 35 Prozent durch KI
  • Aktie verliert über acht Prozent in einer Woche
  • Quartalszahlen werden am 19. Februar erwartet

Alibaba liefert Anlegern heute zwei sehr unterschiedliche Signale: Auf der einen Seite treibt der Konzern seine KI-Strategie öffentlichkeitswirksam voran – auf der anderen Seite werden die Gewinnerwartungen für das Kerngeschäft deutlich zurückgeschraubt. Genau diese Spannung prägt die Stimmung rund um die Aktie.

CLSA senkt Gewinnblick – trotz „Outperform“

Am Mittwoch hat CLSA zwar das Rating „Outperform“ bestätigt, zugleich aber die Gewinnprognosen spürbar gesenkt. Für das dritte Quartal (Dezember-Quartal) erwartet das Analystenhaus einen Rückgang des bereinigten EBITA um 52% auf 26,4 Mrd. Yuan.

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Als Hauptgründe nennt CLSA:
Harten Wettbewerb im E-Commerce, der Preisdruck erzeugt
Geringere Subventionen, die in der Vergangenheit das Wachstum stützten, nun aber wegfallen – mit Folgen für die Margen
Nur moderates Umsatzwachstum: erwartet werden +3% auf 289 Mrd. Yuan

Unterm Strich: Das Handelsgeschäft soll weiter wachsen, aber deutlich weniger profitabel.

Cloud wächst stark – KI als Wachstumsmotor

Gleichzeitig zeichnet CLSA ein ganz anderes Bild für die Technologiesparte. Alibabas Cloud-Geschäft soll laut Bericht um 35% zulegen. Treiber sei vor allem die stark steigende Nachfrage nach KI-Infrastruktur.

Damit wird die Kluft innerhalb des Konzerns sichtbar: Während das klassische Commerce-Geschäft unter Margendruck steht, liefert Cloud ausgerechnet dort Rückenwind, wo aktuell weltweit investiert wird – bei Rechenleistung und KI-Plattformen.

Olympia-Projekt und Tech-Sell-off belasten die Stimmung

Passend zur KI-Ausrichtung hat Alibaba Cloud heute angekündigt, sein eigenes Large-Language-Model „Qwen“ bei den Winterspielen Milano Cortina 2026 einzusetzen. Geplant sind unter anderem „Olympic AI Assistants“ sowie Cloud-Technologien für Übertragungen.

Doch die Börse schaut nicht nur auf Schlagzeilen, sondern auch auf die Rechnung dahinter: KI-Infrastruktur verschlingt Kapital, und genau dieser Punkt rückt bei Investoren stärker in den Fokus, wenn Margen im Kerngeschäft gleichzeitig nachgeben.

In diesem Umfeld steht die Aktie kurzfristig unter Druck: Auf Xetra liegt der Schlusskurs heute bei 134,80 Euro, in den vergangenen 7 Tagen entspricht das einem Minus von 8,30%.

Ausblick: Quartalszahlen am 19. Februar

Richtig greifbar wird das Spannungsfeld zwischen Cloud-Wachstum und Commerce-Margen mit den nächsten Zahlen: Am 19. Februar 2026 werden die Ergebnisse für das dritte Quartal erwartet. Dann dürfte sich zeigen, ob das starke Cloud-Momentum die Sorgen um die Profitabilität im Kerngeschäft zumindest teilweise abfedern kann.

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