Alibaba: Jetzt wieder zugreifen?

Die letzten Tage verliefen für Alibaba wenig erfreulich. Zumindest, soweit es den Aktienkurs betrifft. Denn dieser sackte Ende letzter Woche zeitweise bis auf 99 $ ab und touchierte damit die 50-Tage-Linie. Doch inzwischen sieht die Charttechnik wieder etwas freundlicher aus, was auch an den weiteren Expansions-Plänen liegt.

© Alibaba
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Geht es um E-Commerce in China, kommen Investoren nicht mehr an Alibaba vorbei. Das Unternehmen hat sich im Internet- und Online-Shopping-Segment eine klare Marktführerschaft erkämpft. Wobei der E-Commerce-Konzern weiß: In so einem schnellen Markt mit immer wieder neuen Trendwechseln darf man sich nicht ausruhen. Entsprechend ist das Unternehmen auch im Beteiligungsgeschäft sehr aktiv.

Alibaba will ins Showbiz

Dabei boten die letzten Tage zwei besondere Schmankerl. Das erste Thema ist Unterhaltung. Dass chinesische Investoren dank der üppigen Liquidität weltweit auf Einkaufstour sind, ist keine Neuigkeit. Gerade deutsche Technologieunternehmen konnten in den letzten Monaten davon ein Lied singen. Nun hat sich Alibaba in Amerika umgeschaut und ist dort in die Produktionsfirma Amblin Partners eingestiegen.

Und diese Firma ist nicht irgendeine, sondern die Produktionsfirma der Regie-Legende Steven Spielberg. Gemeinsam wollen Alibaba und Spielberg zukünftig Filme produzieren, was auf eine klassische Win-Win-Situation hinausläuft. Denn Amblin, zu dem auch das bekannte Animationsstudio Dreamworks gehört, kann durch die Kooperation mit Alibaba besseren Zugang zum wachsenden chinesischen Filmmarkt bekommen. Andererseits dürfte Alibaba vom amerikanischen Know-how profitieren.

Keine neue Idee, aber dafür mit viel Perspektive

Mit der neuen Partnerschaft ist das chinesische Unternehmen allerdings kein First Mover. Schon Anfang des Jahres hatte der chinesische Entertainment-Konzern Wanda das amerikanische Filmstudio Legendary für rund 3,1 Milliarden € gekauft. Zuletzt machte Wanda mit einer neuen Allianz mit Sony Pictures auf sich aufmerksam.

Wie viel Alibaba finanziell in die neue Partnerschaft mit Spielberg einbringt, ist nicht bekannt. Doch es dürfte nicht wenig sein, denn die chinesischen Investoren sind dafür bekannt, zwar rechnen zu können, aber dennoch mit dicken Brieftaschen in der Welt umher zu ziehen.

Internet der Dinge im Visier

Neben dem neuen Engagement im Film-Business hat Alibaba auch im Technologiesektor neue Projekte angestoßen. So investiert man neu in PlaceIQ, einem US-Anbieter von sogenannten Location-based Services. Hintergrund dürfte hier sein, insbesondere Online-Werbung noch zielgenauer auch auf regionale Nutzungsverhalten auszurichten.

Neu arbeitet das Unternehmen auch mit Gemalto zusammen. Dies ist ein Unternehmen, das sich auf digitale Sicherheit fokussiert. Über diese Zusammenarbeit will sich Alibaba insbesondere mit dem Thema Sicherheit in Chinas aufstrebenden IoT-Markt (Internet of Things – Internet der Dinge) beschäftigen.

Das Internet der Dinge, bei dem alle möglichen Geräte miteinander vernetzt sind, gehört zu den großen Megatrends, die für den Online-Markt ausgerufen worden sind. So schätzt die Marktforschungsfirma Gartner, dass es bis 2020 fast 21 Milliarden IoT-Geräte geben wird. Diese hätten einen Marktwert von rund 3,5 Billionen $.

Aktie eine starke Langfrist-Anlage?

Darin steckt noch sehr viel Zukunftsmusik, die der Aktie aktuell nicht die entscheidenden Impulse geben kann. Dennoch sorgt das Nachrichten-Umfeld dafür, dass die Aktie wohl tendenziell im Aufwärtstrend bleiben kann. Wir sehen Alibaba als langfristiges Investment und würden sogar soweit gehen, dass jeder kräftigere Rücksetzer generell eine Nachkaufen-Gelegenheit darstellt.

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