Allianz: 2,2 Millionen Aktien eingezogen
AllianzGI sieht trotz geopolitischer Spannungen fundamentale Stärke an den Märkten. Massive Aktienrückkäufe und solide Quartalszahlen stützen den Kurs.

- AllianzGI zeigt sich zuversichtlich für Aktien
- Energieintensität der Wirtschaft stark gesunken
- Über 2,2 Millionen Aktien zurückgekauft
- Operatives Ergebnis erreicht 4,52 Milliarden Euro
Im Nahen Osten wachsen die Spannungen, der Ölpreis schwankt nervös. Bei der Allianz-Tochter Global Investors überwiegt indes die Zuversicht. Die Strategen sehen an den Märkten fundamentale Stärke, wo andere geopolitische Risiken fürchten. Das färbt auch auf die Bewertung des Mutterkonzerns ab.
Weniger anfällig für Ölpreisschocks
Die aktuelle Analyse von AllianzGI zeichnet ein robustes Bild für Aktien und Unternehmensanleihen. Ein zentraler Grund dafür liegt in der Struktur der westlichen Volkswirtschaften. Deren Energieintensität ist im Vergleich zu den 1970er Jahren massiv gesunken. Ölpreisschocks, etwa durch Blockaden in der Straße von Hormus, schlagen heute deutlich schwächer auf die reale Wertschöpfung durch.
Rückkäufe stützen den Kurs
Parallel dazu flankiert das Management in München den eigenen Aktienkurs mit massiven Käufen. Das im Februar gestartete Aktienrückkaufprogramm läuft auf Hochtouren. Bislang hat der Versicherer mehr als 2,2 Millionen eigene Papiere eingezogen.
Operativ liefert die Allianz die nötige Substanz für diese Ausschüttungen. Das erste Quartal brachte ein operatives Ergebnis von 4,52 Milliarden Euro. Damit liegt der Konzern exakt auf Kurs für das anvisierte Jahresziel von rund 17,4 Milliarden Euro. Besonders das Schaden-Unfall-Geschäft und das Asset Management treiben aktuell das Wachstum.
Analysten sehen Aufwärtspotenzial
An der Börse kämpft das Papier derzeit mit einer leichten Schwächephase. Mit einem aktuellen Kurs von 373,30 Euro verzeichnet die Aktie seit Jahresbeginn ein Minus von knapp vier Prozent. Immerhin bietet der 200-Tage-Durchschnitt bei 370,32 Euro eine charttechnisch solide Unterstützung.
Marktexperten trauen dem DAX-Titel mehrheitlich höhere Notierungen zu:
* RBC Capital Markets: Kursziel 400,00 Euro (aufgrund starken Momentums im Versicherungsgeschäft)
* Barron’s Konsens (22 Analysten): Durchschnittliches Kursziel bei 407,13 Euro
* Simply Wall St: Modellierter innerer Wert bei 399,52 Euro
Im Juli müssen die Münchner beweisen, dass die operative Dynamik anhält. Dann stehen die detaillierten Zahlen für das zweite Quartal an. Bis dahin bestimmen voraussichtlich die Inflationsdaten der Eurozone und die Volatilität der Energiemärkte den Takt für die Aktie.
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