Allianz Aktie: 1.800 Stellen bei Partners gestrichen
Allianz-Tochter streicht bis zu 1.800 Stellen durch KI-Automatisierung. Die Aktie bleibt trotzdem auf Rekordniveau und zeigt sich unbeeindruckt.

- 1.800 Stellenstreichungen bei Allianz Partners
- KI ersetzt manuelle Callcenter-Prozesse
- Sozialverträglicher Abbau mit Abfindungen
- Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch
Die Allianz-Tochter Allianz Partners streicht europaweit bis zu 1.800 Stellen. Der Grund dafür ist simpel: Künstliche Intelligenz übernimmt zunehmend Aufgaben im Kundenservice. An der Börse sorgt der Kahlschlag für wenig Aufregung. Die Aktie des Münchener Versicherers kratzt weiter an ihrem Rekordhoch.
Umbau im Kundenservice
Der Abbau trifft vor allem die hauseigenen Callcenter. Dort automatisiert die Reiseversicherungs-Sparte aktuell stark manuelle Prozesse. In Europa fallen dadurch bis zu 1.800 Jobs weg. Auf Deutschland entfallen davon rund 100 Positionen. Insgesamt beschäftigt die Sparte über 22.000 Menschen weltweit.
Spartenchef Tomas Kunzmann bestätigte die Einigung am Dienstagabend. Das Management will die Kürzungen sozialverträglich umsetzen. Dafür nutzt das Unternehmen Abfindungen und Vorruhestandsregelungen. In den vergangenen sechs Monaten liefen bereits intensive Verhandlungen mit den Betriebsräten. Betroffen sind neben Deutschland unter anderem Spanien, Frankreich und Italien.
Aktie bleibt auf Rekordkurs
Investoren ignorieren den Stellenabbau bei der Tochtergesellschaft weitgehend. Die Allianz-Aktie schloss am Donnerstag bei 421,90 Euro. Damit trennt das Papier nur ein halber Prozentpunkt vom 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn verzeichnet der DAX-Konzern an der Börse ein Plus von 8,54 Prozent.
Der Trend ist ungebrochen stark. Die Folge: Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 74,6 aktuell eine überkaufte Marktlage. Dennoch notiert der Kurs weiterhin komfortabel über seinen gleitenden Durchschnitten.
Für den Gesamtkonzern bleibt der direkte finanzielle Effekt der Maßnahme ohnehin überschaubar. Allianz Partners liefert im Verhältnis nur einen Bruchteil des gesamten Konzernumsatzes. Allerdings unterstreicht der Schritt einen klaren Branchentrend. Versicherer ersetzen zunehmend manuellen Kundenservice durch Algorithmen, um ihre Kostenstruktur dauerhaft zu senken.
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