Allianz Aktie: 1,4 Milliarden für M-Unit-Rückkauf

Allianz kauft Pimco-Mitarbeiteranteile für 1,4 Mrd. Euro zurück und erhöht Beteiligung auf 95 Prozent. Analysten loben strategische Maßnahme.

Die Kernpunkte:
  • Rekordhoch nach Pimco-Deal
  • Rückkauf für 1,4 Milliarden Euro
  • Allianz-Anteil steigt auf 95 Prozent
  • Halbjahreszahlen am 7. August

Die Allianz-Aktie hat am Freitag ein neues Rekordhoch markiert. Der Schlusskurs von 431,50 Euro liegt nur noch 0,83 Prozent unter dem bisherigen 52-Wochen-Hoch. Auslöser ist keine neue Kursrally, sondern eine Kapitalmaßnahme bei der US-Fondstochter Pimco, die Analysten aufhorchen lässt.

RBC lobt den Pimco-Rückkauf

Die kanadische Bank RBC bestätigte ihr Kursziel von 440 Euro und beließ das Rating bei „Sector Perform“. Analyst Ben Cohen bewertete den Rückkauf der Pimco-Mitarbeiteranteile als strategisch sinnvoll. Der Kaufpreis sei fair, schrieb er in einer aktuellen Studie.

Auch Jefferies äußerte sich positiv, allerdings mit einer deutlich zurückhaltenderen Einstufung und einem niedrigeren Kursziel. Die Analysten bezeichneten Pimco als hochwertiges Geschäft und als kritisches Differenzierungsmerkmal für Allianz. Der Versicherer habe große Teile der vergangenen zwei Jahrzehnte damit verbracht, den Konzern zu zentralisieren und Minderheitsaktionäre auszukaufen.

Ein 18 Jahre altes Programm läuft aus

Im Zentrum der Nachricht steht der sogenannte M Unit Plan. Allianz vergab darüber von 2008 bis 2020 Optionen an Pimco-Mitarbeiter. Das Programm blieb danach zwar bestehen, neue Zusagen gab es aber keine mehr.

Jetzt zieht Allianz einen Schlussstrich. Der Konzern nutzt sein Kündigungsrecht und kauft die ausstehenden M Units gegen Bargeld zurück. Für die Anteile ehemaliger Mitarbeiter fließen mindestens 1,4 Milliarden Euro.

Die ausstehenden M Units machen einen Anteil von 9,4 Prozent an Pimco aus. Damit steigt die Allianz-Beteiligung am US-Vermögensverwalter auf mindestens 95 Prozent. Ehemalige Mitarbeiter halten nach dem Deal noch zusammen 4,4 Prozent an Pimco, aktuelle Mitarbeiter können ihre Anteile über eine neue vertragliche Vereinbarung bis zum Ende ihres Arbeitsverhältnisses behalten.

Zweite Bestätigung binnen weniger Tage

RBC hatte das Kursziel von 440 Euro bereits vor der Berichtssaison der europäischen Versicherer angehoben, damals von 400 Euro. Grund waren geringe Naturkatastrophenschäden, die im Bereich Schaden- und Unfallversicherung starke Ergebnisse erwarten ließen. Am Rating selbst ändert die Bank trotz der Kurszielanhebung nichts – RBC sieht Allianz weiterhin nicht als klaren Favoriten im Sektor.

Die Aktie notiert damit deutlich über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 405,44 Euro. Über zwölf Monate steht ein Kursgewinn von 24,07 Prozent zu Buche. Der RSI von 66,5 zeigt eine fortgeschrittene, aber noch nicht überkaufte Marktphase.

Halbjahreszahlen als nächster Termin

Der Zwischenbericht zum zweiten Quartal steht für den 7. August an. Die Analysten werten den Pimco-Deal bereits jetzt als Beleg für strategische Disziplin im Management. Ob sich diese Einschätzung in den Geschäftszahlen bestätigt, zeigt sich in der kommenden Woche.

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