Allianz Aktie: 1,4 Milliarden für Pimco-Anteil

Allianz erhöht Pimco-Beteiligung auf mindestens 95 Prozent und investiert 1,4 Milliarden Euro. Goldman Sachs hebt Kursziel auf 465 Euro an.

Die Kernpunkte:
  • Pimco-Anteil auf 95 Prozent erhöht
  • Rückkaufvolumen von 1,4 Milliarden Euro
  • Goldman Sachs erhöht Kursziel auf 465 Euro
  • HSBC Life Singapore Übernahme für 2 Milliarden

Die Allianz treibt ihre Vermögensverwaltungssparte weiter voran: Ende Juli hat der Konzern seine Beteiligung am US-Anleihespezialisten Pimco von 90,6 Prozent auf mindestens 95 Prozent erhöht. Dafür kauft die Allianz sogenannte M Units zurück, Mitarbeiterbeteiligungen, die vor 18 Jahren aufgelegt und 2020 für neue Vergaben ausgelaufen waren. Das Volumen des Rückkaufs beläuft sich laut Handelsblatt auf mindestens 1,4 Milliarden Euro.

Aus diesem Rückkauf lässt sich eine implizite Bewertung für Pimco von 31,8 Milliarden Euro ableiten – 4,4 Prozent des Unternehmens wechseln für 1,4 Milliarden Euro den Besitzer. Das Analysehaus Jefferies siedelt den fairen Wert von Pimco deutlich höher an, bei 35,6 Milliarden Euro.

Die Differenz zeigt, wie unterschiedlich der Markt den Vermögensverwalter derzeit einschätzt, dessen Ergebnisbeitrag für die Allianz-Gruppe seit Jahren als stabiler Baustein neben dem klassischen Versicherungsgeschäft gilt.

Analysten sehen weiteres Kurspotenzial

Am Donnerstag vergangener Woche hatte die Allianz ihre Halbjahreszahlen vorgelegt, seither hat die Aktie um 0,7 Prozent zugelegt. Die Kapitalstärke und die Integration neuer Beteiligungen scheinen bei Investoren gut anzukommen.

Diese Woche hat Goldman Sachs sein Kursziel für die Allianz-Aktie von 450 auf 465 Euro angehoben und die Einstufung „Buy“ bestätigt. Die Analysten sehen damit weiteres Potenzial über das bisherige 52-Wochen-Hoch von 443,80 Euro hinaus, das die Aktie am 6. August markiert hatte.

Der aktuelle Schlusskurs von 441,60 Euro liegt nur noch 0,5 Prozent unter diesem Rekordwert. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 416,73 Euro beträgt der Abstand bereits 6,0 Prozent, ein Zeichen für den anhaltenden Aufwärtstrend der vergangenen Wochen. Der RSI von 70,2 signalisiert dabei eine kurzfristig überkaufte Marktlage – ein Punkt, den technisch orientierte Anleger im Blick behalten dürften.

Expansion in Asien und im Vermögensmanagement

Die Pimco-Aufstockung reiht sich in eine Serie von Zukäufen ein, mit denen die Allianz ihr Geschäft außerhalb des klassischen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäfts verbreitert.

Ende Juli hatte der Konzern zudem die Übernahme von HSBC Life Singapore von der HSBC Holdings plc vereinbart. Der Gesamtpreis für die Akquisition inklusive einer 15-jährigen Vertriebspartnerschaft beträgt 2 Milliarden Euro.

HSBC Life Singapore erwirtschaftete 2025 ein operatives Ergebnis von 80 Millionen Euro bei einem Eigenkapital von 1,2 Milliarden Euro; die Allianz rechnet mittelfristig mit einer zweistelligen Rendite auf das eingesetzte Kapital. Der Abschluss dieser Transaktion wird für die erste Jahreshälfte 2027 erwartet.

Parallel dazu vollzieht der Konzern einen personellen Umbau im Vorstand: Günther Thallinger scheidet Ende des Jahres aus, wodurch sich das Gremium von neun auf acht Personen verkleinert. Bereits im März war bekannt geworden, dass auch Klaus-Peter Röhler zum Jahresende altersbedingt ausscheidet und Tomas Kunzmann zum 1. Januar 2027 in den Vorstand aufrückt.

Für Anleger bündeln sich damit mehrere Entwicklungslinien: Die Halbjahreszahlen bestätigten die operative Stärke, die Zukäufe in Singapur und bei Pimco erweitern die Ertragsbasis, und die frische Kurszielanhebung von Goldman Sachs untermauert das Vertrauen in die weitere Kursentwicklung. Die nächste Standortbestimmung liefert die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal am 12. November.

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