Allianz Aktie: 1,4 Milliarden für Pimco-Rückkauf

Allianz strafft Pimco-Beteiligungsmodell, übernimmt HSBC Life Singapore und meldet Rekord-Kapitalquote von 225 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Pimco-Rückkauf für 1,4 Milliarden Euro
  • Kapitalquote erreicht 225 Prozent
  • Übernahme von HSBC Life Singapore
  • Aktie nahe 52-Wochen-Hoch

Die Allianz setzt ihre Serie an Kapitalmaßnahmen fort. Nachdem die Halbjahreszahlen am vergangenen Donnerstag ein operatives Rekordergebnis gebracht hatten, rückt nun ein anderes Thema in den Fokus: die Beendigung des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms bei der US-Fondstochter Pimco.

Konzern kauft Führungskräfte-Anteile für über eine Milliarde Euro zurück

Der Münchner Versicherungskonzern beendet den sogenannten „M Unit-Plan“ bei Pimco und übernimmt dabei Anteile von rund 4,4 Prozent von ehemaligen und aktuellen Führungskräften. Der Konzern zahlt dafür mindestens 1,4 Milliarden Euro in bar.

Jefferies wertete die Transaktion als positives Signal für ein proaktives Kapitalmanagement der Allianz. Die Aktie notiert seither weiter fest, nachdem sie seit den Halbjahreszahlen bereits um 0,7 Prozent zugelegt hatte.

Parallel dazu treibt die Allianz ihre Expansion in Asien voran. Anfang August vereinbarte der Konzern den Erwerb von HSBC Life Singapore von der britischen Großbank HSBC und schloss dabei eine langfristige Vertriebspartnerschaft für den singapurischen Markt ab.

Beide Schritte – der Pimco-Rückkauf und die Übernahme in Singapur – fügen sich in ein Muster ein: Die Allianz nutzt ihre solide Kapitalbasis, um sowohl interne Strukturen zu straffen als auch gezielt zuzukaufen.

Kapitalpuffer auf höchstem Stand seit 2018

Diese Aktivität ist nicht zufällig. Die Solvency-II-Kapitalquote des Konzerns kletterte zum Ende des ersten Halbjahres auf 225 Prozent – den höchsten Stand seit 2018. Ein solcher Puffer verschafft dem Management Spielraum für Übernahmen, Rückkäufe und interne Umstrukturierungen wie beim Pimco-Programm.

Auch das laufende Aktienrückkaufprogramm läuft unvermindert weiter: Zwischen dem 27. und 31. Juli erwarb die Allianz 234.428 eigene Aktien. Seit dem Start im März summiert sich das Programm damit auf gut 4,7 Millionen Anteile.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Nach den Halbjahreszahlen bestätigte RBC Capital Markets Anfang August sein Kursziel von 440 Euro. Berenberg ging zum selben Zeitpunkt weiter und sah nach den Quartalszahlen fundamentales Kurspotenzial von 55 Prozent, verbunden mit der Aussicht auf eine mögliche Neubewertung der Aktie.

An der Börse notiert das Papier am Freitag bei 441,60 Euro, nur 0,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 443,80 Euro. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 337,10 Euro liegt der Kurs bereits 31 Prozent höher. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 13 Prozent zu Buche, über zwölf Monate summiert sich der Anstieg auf 18 Prozent.

Wachstumsfeld Rechenzentren im Blick

Neben den Kapitalmaßnahmen positioniert sich die Allianz auch strategisch für neue Geschäftsfelder. Die Geschäftseinheit Allianz Commercial veröffentlichte am Mittwoch vergangener Woche einen Bericht zum Versicherungsmarkt für Rechenzentren und prognostiziert darin eine Verdopplung des globalen Marktvolumens auf 24 Milliarden US-Dollar bis 2030, getrieben vom Ausbau der KI-Infrastruktur.

Die Schweizer Tochtergesellschaft Allianz Suisse meldete zudem für das erste Halbjahr ein operatives Ergebnis von 187 Millionen Franken, ein Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Geschäftsvolumen von 3,7 Milliarden Franken.

Anleger sollten allerdings wachsam bleiben: Die BaFin warnte am Donnerstag vergangener Woche vor der Website „auextrade.com“, die unbefugt die Registrierungsnummer eines Allianz-Fonds für betrügerische Angebote missbraucht. Mit dem eigentlichen Geschäft des Konzerns hat dies nichts zu tun.

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