Allianz Aktie: 154 Euro Differenz bei Analysten

Berenberg und Barclays sehen Allianz-Aktie bei 504 bzw. 350 Euro. Starke Solvabilität und laufender Rückkauf stehen gegen skeptische Prognosen.

Die Kernpunkte:
  • Kursziele von 350 bis 504 Euro
  • Solvabilitätsquote von 221 Prozent
  • Gewinnwachstum von rund sieben Prozent
  • Aktienrückkaufprogramm schreitet voran

Berenberg sieht 504 Euro, Barclays nur 350 Euro — zwischen diesen beiden Kurszielen liegen nicht nur 154 Euro, sondern zwei grundverschiedene Thesen über den größten europäischen Versicherungskonzern. Während die Aktie aktuell bei 383,60 Euro notiert und damit knapp 3 Prozent unter ihrem Jahreshoch liegt, tobt hinter den Kulissen ein echter Bewertungsstreit.

Solvabilität als Trumpfkarte

Das stärkste Argument der Bullen ist handfest: Die Allianz beendete das erste Quartal mit einer Solvabilitätsquote von 221 Prozent — am oberen Ende der historischen Bandbreite. Das verschafft dem Konzern erheblichen Spielraum für Dividenden und Aktienrückkäufe.

Bereinigt um den Sonderertrag aus dem Verkauf indischer Joint Ventures wuchs der Gewinn im ersten Quartal um rund 7 Prozent. Das Asset-Management-Segment punktete mit deutlichen Nettomittelzuflüssen. Das operative Jahresziel von 17,4 Milliarden Euro steht unverändert, und Konsensschätzungen rechnen für das kommende Geschäftsjahr mit einer Dividende von über 18 Euro je Aktie.

Rückkauf läuft, Skepsis bleibt

Das laufende Aktienrückkaufprogramm schreitet planmäßig voran. Seit dem Start im Frühjahr hat die Allianz rund 2,27 Millionen eigene Anteile erworben, allein in einer jüngsten Tranche über 240.000 Stück über Xetra und weitere Handelsplätze. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 149 Milliarden Euro.

Barclays lässt sich von alldem nicht beeindrucken. Die Briten stufen die Aktie mit „Underweight“ ein und sehen nachlassende Dynamik im Schaden- und Unfallgeschäft sowie Belastungen durch Marktvolatilität in der Lebensversicherung. Das Kursziel von 350 Euro impliziert ein Abwärtspotenzial von knapp 9 Prozent.

Technisch ist das Bild zweigeteilt: Der RSI liegt bei 76,9 und signalisiert eine überkaufte Situation. Der Kurs notiert zwar komfortabel über dem 200-Tage-Durchschnitt bei rund 370 Euro, hat das Allzeithoch von Ende April aber noch nicht wieder erreicht.

Die Antwort auf den Analysten-Clash dürfte der Q2-Bericht liefern — dann zeigt sich, ob die Investitionen in Künstliche Intelligenz die Combined Ratio spürbar verbessert haben und ob das Schaden- und Unfallgeschäft die Skeptiker widerlegt.

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