Allianz Aktie: 1800 Stellen bei Partners

Allianz Partners baut bis zu 1800 Jobs ab, vor allem in Callcentern, und setzt auf KI-Bots. Der Aktienkurs bleibt nahe dem Rekordhoch stabil.

Die Kernpunkte:
  • Stellenabbau bei Allianz Partners
  • KI ersetzt Callcenter-Mitarbeiter
  • Freiwilligenprogramm für Betroffene
  • Aktie nahe 52-Wochen-Hoch

Die Allianz-Aktie pendelt nahe ihrem Rekordhoch. Für Gesprächsstoff sorgt aber nicht der Kurs. Die Reiseversicherungssparte Allianz Partners baut bis zu 1800 Stellen ab – wegen Künstlicher Intelligenz.

Einigung mit Betriebsräten besiegelt

Allianz-Partners-Chef Tomas Kunzmann bestätigte am Dienstagabend die Einigung mit den Betriebsräten. Der seit Herbst kursierende Plan ist damit formal besiegelt.

Europaweit trifft der Abbau zwischen 1500 und 1800 Mitarbeiter. In Deutschland sind es rund 80 bis 100 Stellen. Kunzmann setzt dabei auf ein Freiwilligenprogramm. Einen harten Personalabbau ohne Einvernehmen mit der Belegschaft schließt er aus. Das dürfte die Umsetzung in den kommenden Monaten erleichtern.

Callcenter im Fokus der Automatisierung

Der Abbau betrifft vor allem Callcenter-Jobs. Bei Allianz Partners arbeiten mehr als 22.000 Menschen. Rund 14.000 davon beantworten Kundenanfragen am Telefon und nehmen Schadenmeldungen entgegen.

Diese Aufgaben übernehmen künftig zum Teil KI-Bots. Die Sparte zählt zu den personalintensivsten Bereichen des Konzerns. Kein Wunder, dass sie im Fokus der Effizienzprogramme steht, die derzeit viele Finanzdienstleister vorantreiben.

Die Pläne waren bereits im Herbst bekannt geworden. Die jetzige Einigung markiert den formalen Abschluss eines monatelangen Prozesses. Für das Management schafft sie Planungssicherheit bei der Automatisierungsstrategie.

Kursreaktion bleibt verhalten

Der Aktienkurs reagiert kaum auf die Nachricht. Die Allianz-Aktie schloss am Mittwoch bei 419,00 Euro, nur 1,16 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 423,90 Euro vom 7. Juli. Auf Monatssicht steht ein Plus von 10,55 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 7,80 Prozent.

Der Titel notiert deutlich über seinen gleitenden Durchschnitten: 7,25 Prozent über der 50-Tage-Linie, 11,50 Prozent über der 200-Tage-Linie. Der RSI von 72,5 zeigt eine überkaufte Lage an. Die Volatilität bleibt mit 12,91 Prozent für den Versicherungssektor moderat.

Der Stellenabbau reiht sich in einen branchenweiten Trend ein. Versicherer setzen zunehmend auf KI, um Kosten im Kundenservice zu senken. Für den Gesamtkonzern dürfte der Effekt auf die Kostenbasis angesichts seiner Größe überschaubar bleiben. Er signalisiert aber eine klare Priorität: Automatisierung statt Personalwachstum. Ob sich daraus mittelfristig eine spürbar niedrigere Kostenquote bei Allianz Partners ergibt, zeigen die kommenden Quartalsberichte.

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