Allianz Aktie: 385.407 Aktien zurückgekauft

Allianz setzt Aktienrückkauf fort, doch der Kurs fällt unter die 50-Tage-Linie. Operative Rekordgewinne stehen technischen Warnsignalen gegenüber.

Die Kernpunkte:
  • Fortsetzung des Aktienrückkaufprogramms
  • Kursrutsch unter 50-Tage-Durchschnitt
  • Operativer Gewinn erreicht neuen Rekord
  • Jahresausblick bleibt unverändert optimistisch

Allianz kauft weiter eigene Aktien zurück. Das stützt den Kurs rechnerisch, kommt aber in einem ungünstigen Moment. Die Aktie rutscht knapp unter ihre kurzfristige Trendlinie und zeigt damit ein technisches Warnsignal.

Der Konflikt ist klar: Kapitalrückführung und starke Gewinne sprechen für Stabilität. Die Kursentwicklung erzählt kurzfristig eine andere Geschichte.

Rückkauf läuft weiter

Zwischen dem 25. Mai und dem 29. Mai kaufte Allianz insgesamt 385.407 eigene Aktien zurück. Die Meldung dazu veröffentlichte der Konzern am 2. Juni über EQS und korrigierte sie anschließend.

Das Programm läuft seit der Bekanntmachung vom 12. März. Allianz erwirbt die Papiere über Xetra sowie über mehrere multilaterale Handelssysteme. Eine beauftragte Bank führt die Käufe aus.

Für Aktionäre ist der Rückkauf ein zweiter Hebel neben der Dividende. Nach der bereits gezahlten Dividende von 17,10 Euro je Aktie kann Allianz im laufenden Programm bis zu 2,5 Milliarden Euro einsetzen.

Chart sendet ein Warnsignal

Der Kurs liefert dazu ein gemischtes Bild. Am Dienstag schloss die Allianz-Aktie bei 376,20 Euro, auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Minus von 3,39 Prozent. Damit liegt sie knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 377,57 Euro.

Das ist kein dramatischer Bruch. Es zeigt aber, dass die jüngste Schwäche nicht nur ein Intraday-Rauschen ist. Kurzfristig hat der Markt an Tempo verloren.

Auf Sicht von 30 Tagen beträgt das Minus 0,45 Prozent. Seit Jahresanfang liegt die Aktie 3,22 Prozent zurück, über zwölf Monate steht noch ein Plus von 7,12 Prozent. Das relativiert den Rücksetzer.

Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bleibt mit 1,66 Prozent positiv. Der RSI von 73,9 signalisiert allerdings eine angespannte technische Lage. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 23,22 Prozent.

Operativ bleibt der Rückenwind

Fundamental hat Allianz zuletzt geliefert. Im ersten Quartal stieg der operative Gewinn um 6,6 Prozent auf 4,52 Milliarden Euro. Das war ein neuer Quartalsrekord.

Der Ausblick blieb ebenfalls intakt. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern einen operativen Gewinn von rund 17,4 Milliarden Euro an. Die übliche Bandbreite von einer Milliarde Euro in beide Richtungen bleibt bestehen.

Damit prallen zwei Signale aufeinander. Der Rückkauf und die Gewinnbasis sprechen für Belastbarkeit. Der Bruch der kurzfristigen Linie mahnt zur Vorsicht, weil die Aktie nach Dividende und Hauptversammlung in eine Konsolidierung gerutscht ist.

Kurzfristig zählt nun die Rückeroberung der 50-Tage-Linie. Gelingt das zügig, dürfte der Rücksetzer weniger Gewicht bekommen. Bleibt der Kurs darunter, rückt die stabile 200-Tage-Linie als nächster technischer Anker stärker in den Blick.

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