Allianz Aktie: EPS steigt 17,5 Prozent auf 16,44 Euro
Die Allianz-Aktie notiert nahe ihrem Rekordhoch. Trotz starker Halbjahreszahlen und laufender Aktienrückkäufe zeigen sich Analysten uneinig über die künftige Kursentwicklung.

- Kurs nur 1,1 Prozent unter Rekordhoch
- Operatives Ergebnis steigt um 17,5 Prozent
- Aktienrückkaufprogramm liegt im Plan
- Analystenziele streuen zwischen 325 und 684 Euro
Die Allianz-Aktie notiert bei 439,00 Euro. Das sind nur 1,1 Prozent unter dem Rekordhoch vom 6. August. Nach der starken Rally der vergangenen Monate fragen sich Anleger: Ist da noch Luft nach oben, oder haben die guten Nachrichten den Kurs schon ausgereizt?
Starke Zahlen treiben die Bewertung
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,10 ist die Allianz kein Schnäppchen mehr. Zum Vergleich: Im Frühsommer lag die Kennzahl noch niedriger. Unter Analysten geht die Einschätzung mittlerweile deutlich weiter auseinander als noch vor wenigen Monaten.
Die operativen Zahlen liefern die Basis für die höhere Bewertung. Im ersten Halbjahr 2026 stieg das bereinigte Ergebnis je Aktie um 17,5 Prozent auf 16,44 Euro. Die Solvency-II-Kapitalquote kletterte von 218 auf 225 Prozent, die annualisierte Eigenkapitalrendite von 18,1 auf 20,7 Prozent.
Diese Werte erklären, warum der Markt der Aktie eine höhere Bewertung zugesteht. Ein Versicherer, der seine Kapitalrendite in einem Jahr um mehr als zwei Prozentpunkte steigert, rechtfertigt ein höheres Vielfaches auf den Gewinn.
Rückkaufprogramm läuft nach Plan
Der Konzern treibt parallel sein Kapitalrückführungsprogramm voran. Von den geplanten 2,5 Milliarden Euro hat die Allianz bis Ende Juni bereits 1,4 Milliarden Euro in eigene Aktien investiert. Das Programm liegt damit gut in der Zeit.
Bei den Kurszielen der Analysten zeigt sich die Unsicherheit besonders deutlich. Im Schnitt sehen sie das Papier bei 445,50 Euro – die Spanne reicht aber von 325 bis 684 Euro. Eine derart breite Streuung signalisiert: Die Meinungen zum fairen Wert der Aktie gehen weit auseinander.
Trend intakt, aber ohne klares Signal
Auf Jahressicht hat die Aktie rund 12 Prozent zugelegt, auf Zwölfmonatssicht sogar 17 Prozent. Der RSI von 59,9 zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation an. Die Aktie bewegt sich seit Wochen in einer engen Spanne nahe ihrem Rekordniveau – der mittelfristige Aufwärtstrend bleibt intakt, ohne dass der Titel gerade neue Impulse liefert.
Die entscheidende Frage bleibt: Setzt sich die operative Stärke aus dem ersten Halbjahr fort, oder war die Belastung im zweiten Quartal mehr als nur ein Einmaleffekt? Antworten darauf liefert frühestens der Bericht zum dritten Quartal, den die Allianz für den 12. November 2026 angesetzt hat. Bis dahin bleibt der Kurs ein Spiegelbild der Uneinigkeit zwischen operativer Zuversicht und der Sorge vor weiteren Sonderkosten.
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