Allianz Aktie: EY sieht Rang 115

Die Allianz fällt aus den Top 100 der wertvollsten Unternehmen weltweit, während der Aktienkurs in Frankfurt neue Höhen erreicht.

Die Kernpunkte:
  • Allianz fällt auf Platz 115 im globalen Ranking
  • US-Techkonzerne dominieren die Top 100
  • Siemens Energy und Infineon legen deutlich zu
  • RSI signalisiert überkaufte Allianz-Aktie

Starke Kurse, schwaches globales Ranking. Bei der Allianz klaffen Wahrnehmung und Realität an der Börse derzeit weit auseinander. Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft EY belegt den Absturz. Der Münchener Versicherungskonzern gehört nicht mehr zu den 100 wertvollsten Börsenunternehmen der Welt.

Der bittere Blick auf das Ranking

Zu Jahresbeginn lag die Allianz noch auf Platz 98. Ihr Börsenwert betrug damals 174 Milliarden US-Dollar. Ein halbes Jahr später reicht das nicht mehr. Der Versicherer stürzte auf den 115. Rang ab.

Auch SAP erwischte es. Der Softwarekonzern rutschte im ersten Halbjahr knapp vor die Münchener. Damit hält nur noch Siemens die deutsche Fahne hoch. Der Industriekonzern belegt momentan Rang 72 der Welt. Einst fanden sich in dieser globalen Elite sieben deutsche Unternehmen.

US-Techkonzerne dominieren

Die USA profitieren enorm vom anhaltenden Boom um Künstliche Intelligenz. Allein 56 Unternehmen unter den Top 100 stammen aus Nordamerika. China folgt mit zwölf Vertretern weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz.

Der Aktienmarkt honoriert derzeit reine Technologiekompetenz. Traditionelle deutsche Stärken wie industrielle Exzellenz rücken in den Hintergrund. Dennoch gibt es Lichtblicke. Siemens Energy und Infineon kletterten im Ranking deutlich nach oben und verdoppelten teilweise ihre Börsenwerte.

Rekordjagd an der Heimatbörse

An der Frankfurter Börse spielt der globale Bedeutungsverlust keine Rolle. Die Allianz-Aktie schloss am Freitag bei 418,70 Euro. Bis zum jüngsten Jahreshoch fehlen lediglich 0,64 Prozent. Seit Jahresbeginn verbucht der Titel einen Gewinn von 7,72 Prozent.

Der Bewertungsunterschied erklärt sich durch die harte Währungsrealität. EY misst die globale Marktstellung in US-Dollar. Obendrein vergleichen die Analysten den Versicherer direkt mit den Wachstumsraten amerikanischer Tech-Riesen. Dieses Tempo kann ein diversifizierter Finanzkonzern nicht mitgehen.

Ein technischer Indikator mahnt nach der jüngsten Rallye nun zur Vorsicht. Der RSI-Wert liegt bei 77,6 und signalisiert eine deutlich überkaufte Situation. Kurzfristige Gewinnmitnahmen drängen sich auf. Der Aufwärtstrend bleibt trotzdem intakt. Das Papier handelt solide 7,70 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Tage.

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