Allianz Aktie: Oliver Bäte fordert Reformen
Allianz-Chef Oliver Bäte verlangt tiefgreifende Reformen für Deutschland, während die Aktie auf Rekordkurs bleibt und von einem starken Rückversicherungsmarkt profitiert.

- Bäte fordert Reformen bei Rente und Kündigungsschutz
- Allianz-Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch
- RSI-Indikator deutet auf überkauften Zustand hin
- Erstversicherer profitieren von günstigem Rückversicherungsmarkt
An der Börse jagt die Allianz derzeit von Rekord zu Rekord. Im eigenen Land sieht Konzernchef Oliver Bäte hingegen dringenden Handlungsbedarf. Er fordert tiefgreifende Reformen und findet klare Worte für die deutsche Wirtschaftspolitik.
„Die Party ist zu Ende“
Bäte unterstützt die Reformpläne der Bundesregierung bei Rente, Gesundheit und Arbeitsrecht. In der Vergangenheit leistete sich Deutschland viele Privilegien. Damit müsse nun Schluss sein. Das betonte der Allianz-Chef in einem Zeitungsinterview. Besonders der strenge Kündigungsschutz ist ihm ein Dorn im Auge. Solche Regeln bremsen laut dem Manager den wirtschaftlichen Umbau. Unternehmen investieren dann eher in alte Industrien als in echte Innovationen.
Dicht am Rekordhoch
Investoren stört diese trübe Großwetterlage offensichtlich nicht. Am Freitag notiert das Papier bei 418,00 Euro. Zum neuen 52-Wochen-Hoch von 420,90 Euro fehlt nicht einmal mehr ein Prozent. Allein in den vergangenen 30 Tagen kletterte der Kurs um gut 13 Prozent.
Langfristig zeigt der Trend ebenfalls strikt nach oben. Der Kursverlauf hat sich mit elf Prozent deutlich von der 200-Tage-Linie nach oben abgesetzt. Einzig der RSI-Indikator mahnt zur Vorsicht. Mit einem Wert von 77 signalisiert er einen überkauften Zustand. Das spricht für eine baldige Verschnaufpause.
Rückenwind für Erstversicherer
Operativ profitiert der Münchener Konzern von einem äußerst günstigen Marktumfeld. Der globale Rückversicherungsmarkt zeigt sich zur Jahresmitte sehr dynamisch. Hohe Renditen locken massiv Kapital an. Das führt zu einem harten Preiskampf unter den Rückversicherern.
Die Folge: Erstversicherer wie die Allianz sitzen am längeren Hebel. Bei den jüngsten Vertragserneuerungen zum 1. Juli setzten sie deutlich bessere Konditionen durch. Der Konzern verhandelt nun wieder maßgeschneiderte Verträge in fast allen Sparten.
Das entspannte Rückversicherungsumfeld stärkt der Allianz operativ den Rücken. Fällt der charttechnische Widerstand bei 420,90 Euro, ist der Weg nach oben vorerst frei. Unabhängig vom Kursgeschehen positioniert Bäte seinen Konzern klar für die anstehenden politischen Debatten um Arbeitsmarkt- und Rentenreformen in Deutschland.
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