Allianz Aktie: Operatives Ergebnis steigt 10,6 Prozent
JPMorgan und Goldman Sachs heben Kursziele für Allianz an. Trotz Rekordergebnis bleiben Analysten uneins über weiteres Potenzial.

- JPMorgan erhöht Ziel auf 460 Euro
- Goldman Sachs bekräftigt Kaufempfehlung
- Rekordquartal mit operativem Gewinnplus
- Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch
Die Allianz-Aktie bekommt neuen Rückenwind von der Wall Street. JPMorgan hob am Freitag vergangener Woche das Kursziel für den Münchener Versicherungskonzern auf 460 Euro an, beließ die Einstufung jedoch bei „Neutral“. Die Anhebung folgt kurz nach einer ähnlichen Bewegung von Goldman Sachs, das sein Kursziel zuvor auf 465 Euro erhöht und die Kaufempfehlung bekräftigt hatte.
Zwei Häuser, zwei Signale
Der Unterschied zwischen beiden Einschätzungen ist bezeichnend. Während Goldman Sachs mit „Buy“ zum Einstieg rät und das höhere der beiden neuen Kursziele setzt, bleibt JPMorgan trotz der Anhebung bei einer neutralen Haltung. Das deutet darauf hin, dass die Bank die fundamentale Stärke des operativen Geschäfts anerkennt, den Bewertungsspielraum nach der jüngsten Kursrally aber als weitgehend ausgeschöpft betrachtet.
Weitere Analystenstimmen aus der laufenden Berichtssaison fielen zurückhaltender aus: UBS beließ die Aktie auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 430 Euro, RBC votierte für „Sector Perform“ bei 440 Euro, und Jefferies stufte mit „Hold“ und einem deutlich niedrigeren Kursziel von 325 Euro ein. Die Spanne der Einschätzungen zeigt, wie unterschiedlich der Markt die Nachhaltigkeit des jüngsten Ergebnisrekords bewertet.
Rekordergebnis als Basis der Neubewertung
Auslöser der positiveren Einschätzungen war das Rekordergebnis, das Allianz vergangenen Freitag vorgelegt hatte. Der Konzern kam im zweiten Quartal auf ein operatives Ergebnis von 4,874 Milliarden Euro, ein Plus von 10,6 Prozent.
Das Gesamtgeschäftsvolumen stieg um 5,7 Prozent auf 45,6 Milliarden Euro. Zugleich bekräftigte der Vorstand die Jahresprognose von 17,4 Milliarden Euro operativem Gewinn, mit einer Schwankungsbreite von einer Milliarde Euro nach oben oder unten.
Getrübt wurde das Bild durch das bereinigte Konzernergebnis der Anteilseigner, das im Quartal um 12,7 Prozent auf 2,600 Milliarden Euro sank. Belastend wirkte dabei Restrukturierungsaufwand im Zusammenhang mit IT-Vermögenswerten. Für Anleger bleibt damit eine Kluft zwischen dem robusten operativen Kerngeschäft und der Ergebnisrechnung nach Sondereffekten – genau der Punkt, an dem sich die Analystenmeinungen aktuell scheiden.
Kurs nahe am Rekordhoch
Der Markt hat die überwiegend positiven Signale bereits eingepreist. Die Aktie schloss am Dienstag bei 442,00 Euro und damit nur 0,4 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 443,80 Euro, das erst kürzlich markiert wurde.
Die Nähe zum Rekordhoch erklärt auch die Zurückhaltung einiger Häuser: Bei einem Kurs, der kaum noch Luft zu den optimistischeren Zielmarken von Goldman Sachs und JPMorgan lässt, wird jede neue Kaufempfehlung zur Wette auf weiteres Gewinnwachstum statt auf eine reine Bewertungsaufholung.
Für Anleger bedeutet die aktuelle Gemengelage: Die operative Substanz stimmt, die Jahresprognose steht, doch der Bewertungsspielraum schrumpft mit jedem weiteren Kursschritt. Die kommenden Quartale müssen zeigen, ob das Wachstumstempo aus dem zweiten Quartal Bestand hat – nur dann dürften die höheren Kursziele der optimistischeren Analysten tragfähig bleiben.
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