Allianz Aktie: Partnerschaft mit Deutscher Bank in Italien
Die Allianz stärkt ihr Firmenkundengeschäft in Italien, setzt den Aktienrückkauf fort und prüft zugleich eine mögliche AA-Übernahme.

- Neue Beratungspartnerschaft in Italien
- 57.715 Aktien Ende August zurückgekauft
- AA-Offerte im Wert von fünf Milliarden Pfund
- Barclays hebt Kursziel leicht an
Die Allianz baut ihr Geschäft mit Unternehmenskunden in Italien aus. Der Versicherer schloss am Mittwoch eine Partnerschaft mit der Deutschen Bank im Bereich Corporate Advisory für italienische Firmen. Details zu Umfang oder finanziellen Eckdaten der Kooperation nannten beide Häuser nicht.
Die Vereinbarung fügt sich in eine Phase, in der die Allianz auf mehreren Feldern gleichzeitig agiert. Erst vor rund einem Monat hatte der Konzern einen Rekordgewinn gemeldet und betont, auf Kurs zu seinen Zielen zu sein. Parallel läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter: Im Zeitraum vom 24. bis 28. August erwarb die Allianz nach eigenen Angaben 57.715 eigene Aktien, seit dem 13. März summierten sich die Rückkäufe auf gut 5,4 Millionen Stück.
Rückkaufprogramm als Kurstreiber im Hintergrund
Aktienrückkäufe in dieser Größenordnung entziehen dem Markt kontinuierlich Papiere und stützen tendenziell den Kurs, ohne dass sie für sich genommen eine Nachrichtensensation darstellen. Für Anleger ist das Programm eher ein verlässlicher Unterbau als ein kurzfristiger Kurstreiber – es läuft seit März nahezu unverändert weiter und signalisiert, dass der Vorstand Kapital an die Aktionäre zurückgibt, statt es zu horten.
Die Partnerschaft mit der Deutschen Bank passt in dieses Bild einer Allianz, die ihre Reichweite über das klassische Versicherungsgeschäft hinaus ausbaut.
Corporate Advisory für italienische Unternehmen ist ein Feld, auf dem der Konzern bislang nicht prominent aufgetreten ist – die Kooperation mit einem etablierten Bankhaus dürfte den Zugang zu Firmenkunden erleichtern, ohne dass die Allianz eigene Beratungskapazitäten in diesem Umfang aufbauen muss.
AA-Offerte und Analystenskepsis bleiben im Blick
Am Kapitalmarkt sorgt daneben weiterhin die mögliche Offerte für den britischen Pannendienst AA für Gesprächsstoff, die am vergangenen Freitag bekannt wurde. Ein Transaktionswert von rund 5 Milliarden Pfund würde die größte Übernahme der jüngeren Allianz-Geschichte markieren, sollte sie zustande kommen.
Auf der Analystenseite bleibt das Bild gemischt. Barclays Capital hob das Kursziel für die Allianz-Aktie am Freitag zwar von 350 auf 353 Euro an, beließ die Einstufung aber bei Underweight – die Investmentbank bleibt also trotz der Anhebung skeptisch gegenüber dem Papier. Das neue Kursziel liegt damit weiterhin deutlich unter dem Freitagsschlusskurs von 451,20 Euro, bei dem die Aktie um 0,5 Prozent nachgab.
Die Diskrepanz zwischen Kursziel und tatsächlichem Kursniveau zeigt, wie unterschiedlich die Erwartungen an den Konzern derzeit ausfallen: Während das operative Geschäft mit Rekordgewinnen und dem laufenden Rückkauf Stärke demonstriert, bleiben einzelne Analysten mit Blick auf Bewertung und mögliche Zukäufe wie AA vorsichtig.
Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob die Kombination aus organischem Wachstum, dem Ausbau des Beratungsgeschäfts in Italien und einer möglichen AA-Übernahme die Substanz liefert, um die höheren Bewertungsniveaus zu rechtfertigen.
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