Allianz Aktie: Prüft Einstieg beim Pannendienst AA
Barclays erhöht das Allianz-Kursziel leicht, hält an der Einstufung Underweight fest. Ein möglicher AA-Kauf bleibt bislang ungeklärt.

- Barclays hebt Kursziel auf 353 Euro
- Negative Einstufung bleibt unverändert bestehen
- Allianz meldet operatives Rekordergebnis
- AA-Übernahme wird weiterhin geprüft
Barclays hat das Kursziel für die Allianz-Aktie am Freitag von 350 auf 353 Euro angehoben, die Einstufung „Underweight“ aber bestätigt. Damit bleibt das Institut skeptisch gegenüber einem Papier, das seit Jahresbeginn bereits 14 Prozent zugelegt hat und mit aktuell 448,30 Euro deutlich über dem von Barclays veranschlagten Zielwert notiert.
Die zurückhaltende Einschätzung wirkt angesichts der operativen Zahlen zunächst überraschend. Allianz hatte am 7. August die Halbjahreszahlen vorgelegt und ein operatives Rekordergebnis von 4,9 Milliarden Euro für das Quartal gemeldet.
Das Gesamtgeschäftsvolumen im zweiten Quartal lag bei 45,6 Milliarden Euro, für das Halbjahr insgesamt bei 98,6 Milliarden Euro. Der Konzern bestätigte zudem sein Jahresziel von 17,4 Milliarden Euro operativem Gewinn, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus einer Milliarde Euro.
Expansionskurs sorgt für Diskussionsstoff
Dass Barclays trotz dieser Zahlen an seiner negativen Einstufung festhält, dürfte auch mit der Wachstumsstrategie des Versicherers zusammenhängen. Der Konzern hat zuletzt seinen Vorstand verkleinert und seine Beteiligung an Pimco ausgebaut – beide Themen liegen bereits einen Monat zurück, seither hat die Aktie um 3,9 Prozent zugelegt.
Am vergangenen Freitag kam mit dem möglichen Einstieg beim britischen Pannendienst AA ein weiterer Expansionsschritt hinzu, der die Aktie seither um 0,6 Prozent belastet hat.
Reuters hatte berichtet, dass Allianz ein Übernahmeangebot für AA im Volumen von 5 Milliarden britischen Pfund beziehungsweise 6,77 Milliarden US-Dollar prüft. Deutschsprachige Börsenmedien griffen die Meldung in den Folgetagen auf, ohne dass eine Bestätigung oder ein Vollzug der Transaktion vorlag.
Reuters verwies dabei ausdrücklich auf die kurz zuvor veröffentlichten Halbjahreszahlen und die bestätigte Jahresprognose – die operative Ergebnisstärke des Konzerns wurde als möglicher finanzieller Rückhalt für eine solche Akquisition interpretiert.
Kapitalstärke trifft auf Bewertungsskepsis
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild. Auf der einen Seite steht ein Versicherungskonzern, der operativ Rekordwerte liefert und offenbar genügend finanziellen Spielraum für weitere Zukäufe sieht.
Auf der anderen Seite bleibt mit Barclays ein Analystenhaus skeptisch, ob der aktuelle Kurs diese Substanz noch angemessen widerspiegelt – die Kombination aus angehobenem Kursziel und unveränderter Verkaufsempfehlung signalisiert, dass selbst gute Zahlen aus Sicht der Analysten die Bewertung nicht rechtfertigen.
Ob der mögliche AA-Deal tatsächlich zustande kommt, ist offen. Bislang handelt es sich um Medienberichte über eine Prüfung, keine bestätigte Transaktion. Für die Einschätzung des Werts dürfte entscheidend sein, ob Allianz seine Expansionsschritte mit derselben operativen Disziplin fortsetzt, die die jüngsten Halbjahreszahlen geprägt hat.
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