Allianz Aktie: Scheinwerfer-Preise von 708 auf 1.251 Euro

Allianz kritisiert explodierende Preise für Autoteile und verlangt politische Reformen. Aktie notiert nahe Rekordhoch, Analysten optimistisch.

Die Kernpunkte:
  • Protest gegen teure Ersatzteile
  • Scheinwerferpreise drastisch gestiegen
  • Aktie nahe 52-Wochen-Hoch
  • Markenstrategie global vereinheitlicht

Scheinwerfer für 1.251 Euro statt 708 Euro wie noch 2015 — die Allianz hat genug. Der Versicherungskonzern fordert von Berlin und den Autoherstellern jetzt handfeste Maßnahmen gegen explodierende Reparaturkosten. Die Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie ohnehin gut dasteht.

Scheinwerfer als teures Symbol

Die Allianz macht Druck auf Politik und Autoindustrie. Ihre Forderung: Autohersteller sollen Teile so bauen, dass sie sich reparieren statt komplett austauschen lassen. Zusätzlich soll die Politik Vorschriften lockern, damit gebrauchte Ersatzteile leichter zum Einsatz kommen.

Scheinwerfer zeigen das Problem besonders deutlich. Ihr Durchschnittspreis ist von 708 Euro im Jahr 2015 auf 1.251 Euro im vergangenen Jahr gestiegen. Jährlich tauschen Werkstätten in Deutschland schätzungsweise 870.000 Scheinwerfer aus.

Allianz-Manager Frank Sommerfeld bringt es auf den Punkt: Bei vielen Bagatellunfällen landet der ganze Scheinwerfer im Müll, obwohl eine Reparatur reichen würde. Für die Kfz-Versicherungssparte des Konzerns ist das ein Kostentreiber erster Ordnung — und damit ein zentrales operatives Thema.

Kurs nahe Rekordhoch, Analysten bestätigen Kursziele

Die Allianz-Aktie schloss am Freitag bei 420,40 Euro. Damit fehlen nur 1,20 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 425,50 Euro, das erst am 10. Juli erreicht wurde. Auf Jahressicht steht ein Plus von 21,54 Prozent zu Buche.

Analysten untermauern das Bild. Metzler hob das Kursziel am 17. Juli auf 454 Euro an. Berenberg bestätigte am 14. Juli seine „Buy“-Einstufung mit Kursziel 684 Euro — Analyst Michael Huttner verweist dabei auf die deutsche Rentenreform, die dem Lebensversicherungsgeschäft der Allianz nützen soll.

Die Zahlen aus dem ersten Quartal stützen den Optimismus. Das operative Ergebnis stieg um 6,6 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Der bereinigte Überschuss legte sogar um 48,4 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro zu.

Markenumbau und teurere Baukredite

Parallel zur Kostendebatte treibt die Allianz ihre globale Markenstrategie voran. Seit dem 15. Juli firmiert die japanische Tochter „Allianz Worldwide Partners Japan“ als „Allianz Partners Japan“. Der Schritt gehört zur „One Brand Strategy“, mit der der Konzern alle Töchter unter einer einheitlichen Marke bündeln will.

Interbrand bewertete die Marke Allianz 2025 mit 28,2 Milliarden US-Dollar — die wertvollste Versicherungsmarke der Welt. Im Baufinanzierungsgeschäft hat der Konzern derweil die Zinsen angehoben, passend zum allgemeinen Trend steigender Bauzinsen.

Am 7. August legt die Allianz ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Dann zeigt sich, ob der Gewinnsprung aus dem ersten Quartal Bestand hat — und ob die Vorstöße gegen hohe Reparaturkosten erste Wirkung zeigen.

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