Allianz Aktie: Sichert Waymo-Start in Europa ab
Allianz und Waymo entwickeln Versicherungslösungen für fahrerlose Flotten in München und London, während die DZ Bank das Kursziel anhebt.

- Kooperation mit Waymo für Europa
- Fahrerlose Flotten zunächst in München, London
- Digitale Schadenmodelle für autonome Fahrzeuge
- DZ Bank erhöht fairen Aktienwert
Mit dem Vorstoß in die Absicherung autonomer Fahrzeugflotten erschließt die Allianz ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld. Über die Tochtergesellschaft Allianz Partners arbeitet der DAX-Konzern mit Waymo zusammen, um den europäischen Marktstart des zum Alphabet-Konzern gehörenden Fahrdienstes abzusichern.
Der operative Start der fahrerlosen Flotten ist zunächst für die Metropolen München und London vorgesehen, bevor eine Ausweitung auf weitere europäische Länder folgen soll.
An der Börse notiert die Aktie heute bei 443,90 Euro, was einem leichten Zuwachs von 0,3 Prozent entspricht. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch liegt bei minus 2,3 Prozent.
Risikomodelle für fahrerlose Mobilität
Die Kooperation umfasst weit mehr als klassische Kfz-Policen. Neben internationalen Flotten- und Haftpflichtprogrammen, die auch die Produkthaftung abdecken, liegt der Schwerpunkt auf digitaler Schadenabwicklung sowie maßgeschneiderten Assistancelösungen. Tomas Kunzmann, Vorstandsvorsitzender von Allianz Partners, stuft autonome Mobilität und künstliche Intelligenz als eine der bedeutendsten Veränderungen für die Branche ein.
Auf Konzernebene sind mehrere Einheiten eingebunden, darunter Allianz Commercial, die Allianz Versicherungs-AG und die Solvd Group. Dr. Lucie Bakker, Schadenvorständin der Allianz Versicherungs-AG, verweist vor allem auf zwei ungelöste Kernfragen: die rechtliche Haftung beim Fehlen eines menschlichen Fahrers sowie die technisch anspruchsvolle Reparatur sensor- und softwarebasierter Fahrzeugtypen. In den USA verzeichnet Waymo bereits über eine halbe Million bezahlter Fahrten pro Woche.
Zugleich liefert das Allianz Zentrum für Technik in Ismaning mit seiner Unfallforschung wissenschaftliche Grundlagen für den Einsatz. Gemeinsam mit den Spezialisten des US-Partners werden Crash-Szenarien und Risikomodelle analysiert, um spezifische Schadenmuster automatisierter Fahrzeuge besser zu verstehen.
Analysten heben Kursziel an
Konkrete finanzielle Vorgaben oder Umsatzziele nannten die Vertragspartner bisher nicht. Kurzfristig dürften sich die Auswirkungen auf die Ertragslage des Konzerns in Grenzen halten, doch strategisch sichert sich das Unternehmen frühzeitig eine Schlüsselrolle im Zukunftsmarkt der Mobilitätsdienstleistungen.
Rückenwind erhält der Konzern zudem von Analystenseite. Die DZ Bank stuft den Titel weiterhin mit „Kaufen“ ein und setzte den fairen Wert für die Aktie auf 495 Euro herauf. Den nächsten wichtigen Einblick in die operative Geschäftsentwicklung erhalten Investoren im Spätherbst: Die Bilanz für das dritte Quartal wird für den 12. November erwartet.
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