Allianz Aktie: Studie zeigt Rekordvermögen
Privates Geldvermögen stieg 2025 auf 268,4 Billionen Euro; vier Fünftel des Zuwachses beruhten auf Kursgewinnen.

- Weltvermögen wächst um 8,6 Prozent
- Börsenkurse treiben den Großteil des Zuwachses
- Allianz erwartet 2026 weiteres Vermögensplus
- Österreichs Wertpapieranteil erreicht neuen Höchststand
Die Allianz veröffentlicht mit ihrem Global Wealth Report eine der wichtigsten jährlichen Vermögensstudien weltweit — und diesmal steckt darin eine bemerkenswerte Warnung mitten im Rekordjubel. Das globale Geldvermögen privater Haushalte kletterte 2025 um 8,6 Prozent auf 268,4 Billionen Euro. Vier von fünf Euro dieses Zuwachses stammen jedoch nicht aus neuem Sparen, sondern aus reinen Kurssteigerungen an den Börsen.
Genau diese Abhängigkeit von den Kapitalmärkten bereitet den Volkswirten des Versicherers Sorgen. Nordamerikanische Haushalte, deren Portfolios zu 60,7 Prozent aus Wertpapieren bestehen, trugen allein 51,4 Prozent zum weltweiten Vermögenszuwachs bei. Seit Ende 2022 legte der S&P 500 um rund 95 Prozent zu — eine Entwicklung, die Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran als zunehmend fragil einstuft.
KI als Chance und Risiko zugleich
Für 2026 erwartet Allianz Research ein weiteres Plus von rund 9 Prozent beim globalen Geldvermögen. Künstliche Intelligenz gilt dabei als zweischneidiges Schwert: Höhere Produktivität könnte Unternehmensgewinne und damit Kapitalmarktrenditen stützen, macht Haushaltsvermögen aber auch anfälliger für Rückschläge.
Die Studie rechnet vor, dass eine Korrektur von 25 Prozent an den US-Börsen rund 27 Billionen Dollar an Haushaltsvermögen vernichten und die US-Wirtschaft in eine Rezession drücken könnte — fast 14 Prozent des gesamten Nettovermögens.
Inflationsbereinigt fällt die Bilanz deutlich nüchterner aus. Seit 2019 ist das nominale Geldvermögen zwar um 50 Prozent gestiegen, real jedoch nur um 23 Prozent. In Westeuropa liegt das reale Vermögen gerade einmal 0,5 Prozent über dem Niveau von 2019, während China auf ein reales Plus von 70 Prozent kommt.
Deutschland und Österreich im Ländervergleich
In Deutschland überholten Wertpapiere mit einem Anteil von 37,1 Prozent erstmals die klassischen Bankeinlagen, wuchsen mit 4,9 Prozent auf 9,9 Billionen Euro aber unterdurchschnittlich.
Österreich zeigte sich dynamischer: Das Brutto-Geldvermögen stieg um 5,0 Prozent auf 968,6 Milliarden Euro, der Wertpapieranteil erreichte mit 46,2 Prozent einen Rekordwert. Beim Netto-Vermögen pro Kopf führt weiterhin die Schweiz mit 275.980 Euro vor den USA, während Deutschland mit 91.780 Euro auf Platz zwölf von 57 untersuchten Ländern liegt.
Die Verteilung bleibt dabei extrem ungleich: Weltweit entfallen 85,4 Prozent des Nettovermögens auf die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung, fast drei Milliarden Menschen besitzen praktisch kein Finanzvermögen. Der Report liefert damit nicht nur Zahlen zum Wohlstand, sondern auch Diskussionsstoff für die Frage, wer von der nächsten Wachstumsphase profitieren wird.
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