Allianz Aktie: Versichert Waymo-Robotaxis in München

Die Allianz kooperiert drei Jahre mit Waymo, bündelt vier Geschäftsfelder und stärkt damit ihr Engagement für autonome Mobilität in Europa.

Die Kernpunkte:
  • Allianz übernimmt Waymo-Flottenversicherung
  • Kooperation umfasst vier Geschäftsfelder
  • Robotaxi-Tests in München geplant
  • Aktie steigt um 1,3 Prozent

Die Allianz übernimmt eine Schlüsselrolle beim Aufbau autonomer Mobilität in Europa. Über die Tochter Allianz Partners versichert der Münchner Konzern die Robotaxi-Flotte von Waymo und übernimmt zugleich die Schadenregulierung. Die auf drei Jahre angelegte Zusammenarbeit wurde heute bekannt.

Vier Geschäftsfelder rund um autonomes Fahren

Die Partnerschaft erstreckt sich auf vier Bereiche: Versicherungs- und Risikolösungen, digitale Schadenabwicklung über die Einheit Solvd, gemeinsame Sicherheitsforschung sowie Fahrzeugbergung.

Neben Allianz Partners sind das Allianz Zentrum für Technik, die Allianz Versicherungs-AG und Allianz Commercial eingebunden. Die Bündelung dieser Kompetenzen signalisiert, dass der Versicherer die Kooperation nicht als reines Randgeschäft behandelt, sondern als strategischen Einstieg in ein neues Risikofeld.

Waymo hatte Ende August angekündigt, mit Robotaxis nach Deutschland zu expandieren. München soll den Anfang machen: Testfahrten sind für den Herbst geplant, ein kommerzieller Betrieb für Ende 2027. Für die Allianz bedeutet das einen frühen Fuß in der Tür eines Marktes, der beim autonomen Fahren erst entsteht – inklusive der Frage, wie Schäden und Haftung bei fahrerlosen Fahrzeugen künftig geregelt werden.

Waymo verweist dabei auf eigene Daten, wonach seine Systeme 94 Prozent weniger Unfälle mit schweren Verletzungen verursachen als menschliche Fahrer – ein Argument, das auch für die Risikokalkulation der Allianz relevant sein dürfte.

Kursreaktion und operatives Umfeld

Der Markt reagierte am Mittwoch verhalten positiv: Die Aktie legte im Tagesverlauf um 1,3 Prozent auf 449,30 Euro zu und nähert sich damit wieder ihrem 52-Wochen-Hoch, von dem sie nur noch gut ein Prozent entfernt notiert. Der Titel bewegt sich damit weiter deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 393,80 Euro – ein Zeichen für den intakten Aufwärtstrend der vergangenen Monate.

Operativ bleibt die Allianz auf Kurs: Für das laufende Geschäftsjahr wird eine Dividende von 18,58 Euro pro Aktie erwartet, nach 17,10 Euro im Vorjahr. Die nächste Bilanzvorlage – die Zahlen zum dritten Quartal – ist für den 12. November terminiert. Anleger dürften dann auch erste Hinweise erhalten, ob sich neue Partnerschaften wie die mit Waymo bereits in den Prämieneinnahmen niederschlagen.

Ausbau der Innovationsschiene

Die Waymo-Kooperation reiht sich in eine Reihe von Aktivitäten der Allianz im Bereich Technologie und Startups ein. In der Türkei schloss die Landesgesellschaft parallel die sechste Runde ihres HackZone-Förderprogramms ab, das gemeinsam mit Tenity betrieben wird.

Über sechs Jahre wurden dort rund 700 Startups bewertet, 53 Proof-of-Concepts realisiert und 20 Projekte tatsächlich umgesetzt. Die Investitionssumme der teilnehmenden Startups überschritt zuletzt 17 Millionen US-Dollar, ein Plus von 2 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahr.

Für Anleger ergibt sich daraus ein Bild eines Konzerns, der sein Kerngeschäft mit Innovationsinitiativen flankiert, ohne dass diese kurzfristig bilanziell ins Gewicht fallen. Die Waymo-Partnerschaft ist dabei die deutlichste Wette auf ein künftiges Wachstumsfeld: Versicherungslösungen für eine Mobilität, die es in Europa in dieser Form noch gar nicht gibt.

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