Allianz: Solides Investment trotz Gewinnrückgang?

Die Allianz veröffentlichte heute ihre Quartalszahlen und musste damit gleichzeitig einen Gewinnrückgang vermelden. Der Umsatz im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verlief leicht rückläufig. Nach 28,8 Mrd. Euro im Vorjahresvergleichszeitraum kam der Konzern jetzt auf 27,5 Mrd. Euro.

 

© Allianz
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Das operative Ergebnis ging um 7,5% von 2,65 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum auf 2,45 Mrd. Euro zurück. Der auf die Anteilseigner entfallende Quartalsüberschuss sank um 15,4% auf 1,36 Mrd. Euro. Teilweise ergab sich dieser Rückgang aus einmaligen Steuererträgen im Vergleichsquartal des Vorjahres.

 

Blick auf die einzelnen Sparten

In der Sparte Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Bruttobeitragseinnahmen um 2,4% auf 11,52 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis sank um 5% auf 1,35 Mrd. Euro, hauptsächlich bedingt durch ein niedrigeres Kapitalanlageergebnis. Um 137 Mio. Euro höher als im Vorjahr lag der Einfluss von Naturkatastrophen mit 144 Mio. Euro. Die Schaden-Kosten-Quote sank um 0,6 Prozentpunkte auf 94,1%.

Die Sparte Lebens- und Krankenversicherung verzeichnete eine erhöhte Nachfrage nach fondsgebundenen und kapitaleffizienten Produkten, vor allem in den Kernmärkten. Insofern stieg die Neugeschäftsmarge um 0,3 Prozentpunkte auf 3%. Folglich sanken die Beitragseinnahmen in dieser Sparte um 9,7% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis ging um 6,6% auf 738 Mio. Euro zurück.

In der Sparte Asset Management lagen die operativen Erträge bei 1,64 Mrd. Euro, was einem Plus von 1,1% entspricht. Möglich wurde dies durch das hohe Niveau an erfolgsabhängigen Provisionen und dem starken Dollar. Das operative Ergebnis musste einen Rückgang von 13,5% auf 600 Mio. Euro verzeichnen. Die Nettomittelabflüsse Dritter gingen weiter zurück und lagen bei 14,8 Mrd. Euro. Im Vorjahresquartal musste hier noch ein Abfluss von 47,4 Mrd. Euro vermeldet werden. Bei der Tochter Pimco beliefen sich die Nettomittelabflüsse im Berichtszeitraum auf 16 Mrd. Euro und wurden im Vergleich zum Vorquartal damit fast halbiert.

 

Positive Neun-Monats-Bilanz

Bezogen auf die ersten neun Monate konnte die Allianz den Umsatz um 3,5% auf 95,5 Mrd. Euro steigern. Das operative Ergebnis betrug 8,15 Mrd. Euro nach 8,14 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Der auf die Anteilseigner entfallende Neun-Monats-Überschuss stieg um 3,9% auf 5,2 Mrd. Euro.

Um 9 Prozentpunkte auf 200% konnte die Kapitalisierung nach Solvency II per Ende September gesteigert werden. Das Eigenkapital stieg um 0,9% auf 61,3 Mrd. Euro.

 

Allianz mit Blick nach vorn

Die Aussichten des Allianz-Vorstandes bleiben weiterhin positiv. Ziel ist es, das operative Ergebnis weiter zu steigern. Finanzvorstand Dieter Wemmer erwartet ein Erreichen des oberen Endes der Zielmarke von 10 bis 10,8 Mrd. Euro.

 

Aktie: Abschläge sind möglich

Die Aktie der Allianz musste in den vergangenen Monaten einige Rückschläge in Kauf nehmen. Seit Mitte August konnte sich der Wert jedoch wieder deutlich nach oben arbeiten und notiert derzeit bei knapp 160 Euro.

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Es ist sicher damit zu rechnen, dass sich einige Marktteilnehmer enttäuscht von den Quartalszahlen zeigen. Insgesamt sollten diese jedoch nicht beunruhigen, da die Neun-Monats-Bilanz durchaus positiv ausgefallen ist und auch der Ausblick in diese Richtung geht. Selbst die Analystenseite ist sich mehrheitlich einig, dass die Aktie der Allianz weiterhin eine Kaufempfehlung bleibt. Konservativ ausgerichtete Anleger sollten hier zugreifen.

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