Aktien DeutschlandNews Aktien

Allianz: Wie problematisch wäre die Griechenland-Pleite?

Der nach Umsatz weltgrößte Versicherungskonzern Allianz ist ohne Zweifel ein Schwergewicht des DAX. Kein Wunder also, dass auch das Papier der Allianz an diesem turbulenten Börsen-Vormittag mit etwa Minus dreieinhalb Prozent deutlich eingebüßt hat. Viele großen Versicherer wären bei einer Pleite Griechenlands sogar direkt betroffen – durch den Besitz von griechischen Staatsanleihen.

 

© Allianz

© Allianz

Aufgrund des inzwischen hohen Risikos des Zahlungsausfalls haben sich etliche Unternehmen in den vergangenen Monaten und Jahren von den griechischen Papieren getrennt. Auch die Allianz hat ihr Griechenland-Engagement immer weiter reduziert, momentan ist der Münchener Konzern laut einer J.P. Morgan-Studie nur noch mit zwei Mio. Euro dort investiert. Für die Allianz wäre der Staatsbankrott demnach zu verkraften. Wenn es da nicht die Tochter Pimco gäbe, die ihre Investitionen in Griechenland zuletzt sogar noch ausgeweitet hat.

 

Allianz mit geringen Griechenland-Investitionen, aber Tochter Pimco nicht

Staatsanleihen im Wert von zwei Mio. Euro sind für den Versicherungs-Giganten Allianz tatsächlich nur Peanuts. Zum Vergleich: Allein in Italien ist die Allianz AG mit gut 32 Mrd. Euro investiert, in Spanien mit mehr als neun Mrd. Euro. Die europäischen Peripherie-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) spielen bei der Allianz noch immer eine bedeutende Rolle, knapp ein Viertel des Gesamtportfolios an Staatsanleihen ist hier angesiedelt. Griechenland stellt dabei jedoch den mit Abstand geringsten Teil.

Entgegen dem allgemeinen Trend hat die Allianz-Tochter Pimco vor wenigen Wochen ihr Engagement in Griechenland-Anleihen laut Nachrichtendienst Bloomberg um 200 Mio. Euro auf insgesamt 1,2 Mrd. Euro ausgeweitet. Pimco ist einer der größten Anleihen-Investmentgesellschaften der Welt und hofft offenbar, dass der Staatsbankrott noch abzuwenden sein wird.

 

Allianz – Griechenland spielt keine große Rolle

Trotz der möglichen Verluste durch eine griechische Pleite – vor allem für Allianz-Tochter Pimco – wären die Folgen für den Versicherungskonzern doch sehr überschaubar. Die direkten Investitionen in das Land sind inzwischen kaum mehr der Rede wert. Hinzu kommt, dass der weltgrößte Versicherer insgesamt so stark aufgestellt ist, dass Griechenland mittel- und langfristig keine große Rolle spielt.

Allianz-29-06-15

Kurzfristig dürfte auch die Allianz Aktie mit Turbulenzen zu kämpfen haben. Erst wenn Klarheit über die Zukunft Griechenlands herrscht, könnte der Titel wieder eine nachhaltige Aufwärtsbewegung starten. Aber dann ist dies durchaus auch wahrscheinlich. Denn die Geschäfte laufen gut und nach dem Kursrückgang der letzten drei Monate hat die Allianz Aktie auch Luft nach oben.

Vorheriger Beitrag

Griechenland-Pleite: Wie viel steht für Deutsche Bank und Commerzbank im Feuer?

Nächster Beitrag

Deutsche Börse auf Expansionskurs