Almonty: 40 Tonnen Wolframoxid monatlich für Pentagon

Almonty Industries profitiert vom US-Wolfram-Embargo ab 2027. Die Sangdong-Mine in Südkorea und neue US-Projekte treiben den Kurs.

Die Kernpunkte:
  • US-Verteidigungsministerium verbietet Wolframimporte
  • Liefervertrag mit Tungsten Parts Wyoming
  • Sangdong-Mine als technologisches Herzstück
  • Aktienkurs seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt

Wer Wolfram kontrolliert, kontrolliert einen wachsenden Teil der westlichen Rüstungsproduktion. Almonty Industries hat das früh erkannt — und richtet sein gesamtes Geschäftsmodell auf eine regulatorische Zäsur aus, die in sieben Monaten in Kraft tritt.

Pentagon-Mandat als Wachstumsmotor

Ab Januar 2027 verbietet das US-Verteidigungsministerium den Kauf von Wolfram aus China, Russland, Nordkorea und dem Iran. Diese Regelung, bekannt als DFARS-Mandat, schafft ein Versorgungsvakuum. Almonty will es füllen.

Das Unternehmen hat bereits einen verbindlichen Liefervertrag mit Tungsten Parts Wyoming abgeschlossen. Monatlich liefert Almonty mindestens 40 Tonnen Wolframoxid — Grundstoff für Munition, Drohnen und Raketen. Den Hauptsitz verlegte das Unternehmen nach Dillon, Montana. Dazu kommt die Übernahme des Gentung-Browns-Lake-Projekts in der Region. Beides signalisiert: Almonty baut seine operative Präsenz direkt an den US-Beschaffungsanforderungen aus.

Sangdong: Technologischer Vorsprung in Südkorea

Das Herzstück der Strategie liegt in Südkorea. Die Sangdong-Mine betreibt eine vollautomatisierte Flotationsanlage zur Aufbereitung von hochgradigem Wolframkonzentrat. CEO Lewis Black beschreibt das Projekt als die technologisch fortschrittlichste Anlage ihrer Art in der westlichen Welt.

Proprietäre Mischtechniken und ein modernes Wasseraufbereitungssystem ergänzen die Anlage. Black betont, dass mehr als hundert Jahre akkumuliertes Betriebswissen einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil sichern. Phase 1 läuft bereits. Im Vollbetrieb soll Sangdong rund 40 Prozent des globalen Wolfram-Angebots außerhalb Chinas abdecken.

Marktlage: Preise auf Rekordkurs

China hat sein bisheriges Quotensystem durch ein staatlich kontrolliertes Lizenzsystem ersetzt. Das Angebot aus chinesischen Quellen ist seitdem knapper geworden. Die Folge: Die Preise für Ammoniumparawolframat (APT) nähern sich Rekordniveaus.

Das Analysehaus Intellectia AI hat seine Wolframpreisprognosen für das zweite Halbjahr 2026 und für 2027 angehoben. Das EBITDA von Almonty im ersten Quartal lag leicht über dem Marktkonsens.

Die Aktie spiegelt die Erwartungen wider. Seit Jahresbeginn hat sie sich mehr als verdoppelt, über zwölf Monate beträgt der Kursanstieg rund 446 Prozent. Aktuell notiert das Papier knapp am 50-Tage-Durchschnitt bei 26,63 AUD — rund 18 Prozent unter dem April-Hoch von 32,51 AUD.

Hauptversammlung und neuer CFO

Im Juni 2026 steht die Hauptversammlung an. Aktionäre wurden aufgefordert, ihre Vollmachten fristgerecht einzureichen. Auf der Tagesordnung stehen die Wahl des Vorstands und die Genehmigung von Phase 2 in Sangdong, die die Verarbeitungskapazität bis 2027 verdoppeln soll. Zeitgleich hat der neue Finanzvorstand Anfang Juni seine Arbeit aufgenommen.

Die nächste Bewährungsprobe kommt mit dem Hochlauf von Phase 2: Schafft Almonty die Kapazitätsverdopplung rechtzeitig vor dem DFARS-Inkrafttreten im Januar 2027, dürfte das Unternehmen als einer der wenigen westlichen Wolfram-Lieferanten in einer strukturell starken Position stehen.

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