Almonty Aktie: 10 Prozent Rally nach Sangdong-Start

Almonty Industries startet Förderung in der Sangdong-Mine und verzeichnet daraufhin einen deutlichen Kursanstieg. Analysten sehen einen Wandel hin zum etablierten Wolfram-Produzenten.

Die Kernpunkte:
  • Sangdong-Mine nimmt Betrieb auf
  • Aktie steigt um fast zehn Prozent
  • Positionierung als Nicht-China-Lieferant
  • Bewertung bleibt trotz Verlusten hoch

Almonty Industries hat den Sprung geschafft: vom Entwicklungsprojekt zum produzierenden Wolfram-Förderer. Die Sangdong-Mine in Südkorea läuft an. Anleger reagieren mit einer Rally, die die Aktie binnen einer Woche um fast zehn Prozent nach oben trieb.

Sprunghafte Kursbewegung zeigt neues Anlegerinteresse

Der Kurs kletterte von den niedrigen 13-Dollar-Regionen auf über 15 Dollar. Am Freitag schloss die Aktie nahe 15,17 Dollar. Innerhalb einer einzigen Handelssitzung schoss der Kurs von rund 14 Dollar auf ein Hoch von 15,47 Dollar — ein Signal für aggressive Nachfrage, ausgelöst durch den Produktionsstart in Sangdong.

Bei Robinhood notierte die Aktie zuletzt bei 15,07 Dollar. Das entspricht einer Marktkapitalisierung von 4,35 Milliarden Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei minus 27,19 — ein Wert, der die anhaltenden Verluste des Unternehmens widerspiegelt.

Am 14. August bewegte sich die Aktie zwischen 14,00 und 15,09 Dollar. Das war 7,6 Prozent über dem Tagestief und nur 0,1 Prozent unter dem Höchststand der Sitzung. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 3,97 bis 24,41 Dollar — ein Beleg für die extreme Schwankungsbreite, die das Papier in diesem Jahr geprägt hat.

Vom Entwicklungsprojekt zum operativen Förderer

Analysten sehen in der Entwicklung einen strukturellen Wandel der Investmentstory. Sangdong wandelt sich von einem reinen Entwicklungsrisiko zu einer umsatzgenerierenden Anlage. Damit rückt Almonty näher an den reifen Teil des Wolfram-Sektors heran.

Hinzu kommt das Gentung-Projekt in den USA. Zusammen mit dem Hochlauf in Sangdong positioniert sich Almonty als einer der wenigen nicht-chinesischen Lieferanten für Verteidigungsindustrie und Hochtechnologie. Die Aktie reagierte auf diese Nachricht bereits deutlich.

Technische Beobachter beschreiben die Rally als geordnet, nicht sprunghaft. Der Wochenkurs kletterte von den niedrigen 13ern über 15 Dollar, mit einem Hoch knapp über 15 Dollar und einem Schlusskurs oberhalb dieser Marke. Das Muster zeigt stetige Kaufunterstützung statt einer einzelnen Ausbruchskerze — ein Zeichen, das eher für nachhaltigen Schwung als für eine reine Nachrichtenspitze spricht.

Bewertung bleibt trotz Verlusten ambitioniert

Der Kursanstieg täuscht nicht darüber hinweg: Almonty befindet sich noch im Übergang. Der jüngste Quartalsumsatz lag bei rund 42,99 Millionen Dollar, das Umsatzwachstum bewegt sich im hohen einstelligen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich. Die Margen bleiben unruhig und volatil.

Historisch negative Werte bei EBIT und Gewinnmarge spiegeln ein Unternehmen im schweren Ausbau wider, nicht im stabilen Regelbetrieb. Der Umsatz liegt bei etwa 32,5 Millionen Dollar bei schnellem mehrjährigem Wachstum. Eigenkapital- und Gesamtkapitalrendite stecken tief im negativen Bereich.

Die Liquidität sieht dagegen solide aus. Das Verhältnis von kurzfristigen Vermögenswerten zu Verbindlichkeiten liegt bei rund 2,5, die Kassenposition ist stark. Kurs-Umsatz- und Kurs-Buchwert-Verhältnis fallen jedoch sehr hoch aus — der Markt preist bereits erhebliche künftige Cashflows aus Sangdong und Gentung ein.

Wichtige Marken im Blick

Händler richten den Blick nun darauf, ob sich die Gewinne halten lassen. Der Tagesausschlag von etwa 14,03 auf ein Hoch von 15,47 Dollar, bevor der Kurs bei 15,09 Dollar aus dem Handel ging, markiert einen starken Trendtag. Für kurzfristige Trader ergibt sich daraus eine klare Orientierung: 14 Dollar gilt als naheliegende Unterstützungszone, der mittlere 15-Dollar-Bereich als erster Widerstand durch Gewinnmitnahmen.

Die nächste Phase dreht sich um Hochlaufraten, Stückkosten und die Frage, wie schnell sich die tief negativen Margen verbessern lassen. Enttäuschungen bei Produktion oder Kosten könnten die Aktie unter Druck setzen — schließlich handelt sie bereits zu hohen Bewertungsmultiplikatoren.

Die Rally fällt zusammen mit einer Straffung der Notierungsstruktur. Almonty handelt weiterhin an der Nasdaq unter dem Kürzel „ALM“ und an der Frankfurter Börse unter „ALI1“, nachdem das Unternehmen die Börsen in Toronto und Australien verlassen hat. Das Management begründet diesen Schritt mit der Bündelung der Liquidität an den Handelsplätzen mit dem höchsten Volumen.

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