Almonty Aktie: 181,8 Millionen Dollar Gewinn in Q2

Almonty Industries meldet dank Sangdong-Mine einen Nettogewinn von 181,8 Millionen Dollar und plant weitere Expansion.

Die Kernpunkte:
  • Nettogewinn von 181,8 Millionen Dollar
  • Umsatz steigt um 498 Prozent
  • Sangdong-Mine nimmt Produktion auf
  • Kapitalreserve von 1,2 Milliarden Dollar

Vor einem Jahr schrieb Almonty Industries noch rote Zahlen. Jetzt meldet der Wolfram-Produzent einen Nettogewinn von 181,8 Millionen Dollar für das zweite Quartal 2026. Im Vorjahresquartal stand noch ein Verlust von 58,2 Millionen Dollar in den Büchern.

Der Auslöser: die Sangdong-Mine in Südkorea läuft an. Das Vorzeigeprojekt des Unternehmens hat die kommerzielle Produktion aufgenommen.

Sangdong treibt den Umsatz

Der Umsatz schoss im Jahresvergleich um 498 Prozent auf 43 Millionen Dollar nach oben. Im Vergleich zum Vorquartal wuchs er um 69 Prozent. Auch operativ zeigt sich der Effekt deutlich: Das Ergebnis aus dem Bergbaugeschäft lag bei 26,1 Millionen Dollar.

Das bereinigte EBITDA erreichte 17,6 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal stand hier noch ein Minus von 4,8 Millionen Dollar. Der Sprung von mehr als 22 Millionen Dollar zeigt, wie stark sich steigende Produktionsmengen bei Sangdong auf die Marge auswirken.

Almonty bremst die Euphorie dennoch etwas. Phase I der Mine in der Provinz Gangwon befindet sich weiterhin in der Inbetriebnahme- und Hochlaufphase. Der volle Produktionsumfang steht also noch aus.

Die Barreserve als Kriegskasse

Neben den operativen Zahlen sticht eine strukturelle Veränderung heraus: die Kapitalausstattung. Almonty hatte im Juni eine Wandelanleihe über 800 Millionen Dollar platziert. Die Nachfrage überstieg das Angebot deutlich.

Das Unternehmen sitzt damit Ende Juni auf 1,2 Milliarden Dollar an Barmitteln. Für ein Unternehmen dieser Größenordnung ist das eine außergewöhnliche Summe. Sie erlaubt es Almonty, mehrere Großprojekte parallel statt nacheinander voranzutreiben: die Phase-II-Erweiterung in Sangdong, eine Wolframoxid-Anlage in Südkorea, das Gentung-Projekt in Montana und die Erweiterung der Panasqueira-Mine in Portugal.

Ausbaupläne für Sangdong

Die langfristigen Kapazitätsziele für die südkoreanische Mine bleiben unverändert. Sobald der volle Betrieb erreicht ist, soll der Erzdurchsatz rund 640.000 Tonnen pro Jahr erreichen. Die bereits genehmigte Phase II soll diese Kapazität auf bis zu 1,2 Millionen Tonnen jährlich mehr als verdoppeln.

Geopolitisches Rückenwind-Argument

Die Zahlen fallen in eine Zeit, in der sich die globalen Lieferketten für Wolfram verengen. Almonty positioniert sich als Anbieter konfliktfreien Wolframs — ein Metall, das für Rüstung, Munition und Elektronikfertigung als strategisch kritisch gilt.

Das Unternehmen sieht seine Sangdong-Mine als Antwort auf ein konkretes Problem: die starke Abhängigkeit westlicher Abnehmer von chinesischen Lieferungen. US-Beschaffungsverbote für die Verteidigungsindustrie und chinesische Exportbeschränkungen hätten diese Schwachstelle zuletzt offengelegt, so das Unternehmen. Sangdong soll bei voller Kapazität ein wichtiger Baustein der Wolfram-Versorgung außerhalb Chinas werden.

Marktbeobachter verweisen zudem auf einen Preiseffekt: Verengt sich das chinesische Angebot durch Handelskonflikte oder Exportbeschränkungen, ziehen die Preise oft sprunghaft an. Produzenten mit etablierten Anlagen im Westen profitieren davon überdurchschnittlich.

Die zweite Jahreshälfte wird zeigen, ob Almonty das Tempo des Produktionsanstiegs halten kann. Parallel dazu laufen die Ausbauarbeiten in Montana und Portugal weiter — finanziert aus einer Kapitalreserve, die für ein Unternehmen dieser Größe ungewöhnlich groß ausfällt.

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