Almonty Aktie: 19 Dollar Mindestpreis für Molybdän
Almonty treibt Molybdän-Förderung in Südkorea voran, angetrieben durch eine nationale Versorgungskrise und einen Abnahmevertrag mit SeAH M&S.

- Südkorea leidet unter Molybdän-Knappheit
- Exklusiver Abnahmevertrag mit SeAH M&S
- Produktionsstart für Ende 2026 geplant
- Aufnahme in Russell-Indizes erwartet
Almonty Industries baut sein Sangdong-Komplex in Südkorea zum strategischen Rohstoffzentrum aus. Der Wolfram-Spezialist treibt nun auch die Erschließung von Molybdän voran — angetrieben von einer handfesten Versorgungskrise auf Regierungsebene.
Südkoreas Notlage als Antrieb
Seoul ist in der Klemme. Über 90 Prozent seines Molybdän-Bedarfs bezieht Südkorea aus China. Die nationalen Lagerbestände sind knapp geworden, die Regierung hat öffentliche Bekanntmachungen herausgegeben und private Unternehmen aufgefordert, Molybdän eigenständig zu sichern.
Almonty reagiert mit Tempo. Im Sangdong-Bergwerk in Yeongwol County hat das Unternehmen bereits 37 Prozent der geplanten Bohrungen abgeschlossen — 26 Standorte, insgesamt 12 Kilometer Stollen. Sobald das Erzkörper-Ausmaß bestätigt ist, soll die Förderung unverzüglich beginnen.
Der Molybdän-Spotpreis ist im Jahresvergleich um rund 23,5 Prozent auf 592,34 CNY/kg gestiegen. Kein Wunder, dass Almonty die Bohrungen beschleunigt.
Abnahmevertrag mit Weltmarktführer
Almonty bohrt nicht ins Blaue. Das Unternehmen hat einen exklusiven Abnahmevertrag mit SeAH M&S geschlossen — dem größten Molybdän-Verarbeiter Südkoreas und dem weltweit zweitgrößten Molybdänoxid-Schmelzer. SeAH M&S kauft 100 Prozent der Produktion für die gesamte Lebensdauer der Mine.
Der Vertrag enthält einen Mindestpreis von 19,00 US-Dollar je Pfund, vor Abzug von Behandlungskosten. Das sichert eine planbare Erlösbasis. SeAH M&S betreibt außerdem die einzige Molybdän-Röstanlage in Asien außerhalb Chinas — ein strategisch kaum zu überschätzender Faktor.
Das Projekt ist bereits vollständig genehmigt, bergbau- und umweltrechtlich. Die Produktion soll Ende 2026 anlaufen. Auf Basis historischer Regierungsdaten rechnet Almonty mit einer Minenlaufzeit von 60 Jahren und einer Jahreskapazität von rund 5.600 Tonnen Molybdän.
Die „Korean Trinity“ und der Russell-Effekt
Molybdän ist nur ein Baustein. Almonty plant, die Molybdän-Erschließung mit der bestehenden Wolfram-Infrastruktur am Sangdong-Standort zu verbinden. Das Unternehmen nennt diese Kombination die „Korean Trinity“: eine vollständig integrierte Wertschöpfungskette für strategische Mineralien — Wolfram, Molybdän und eine Wolfram-Oxidanlage.
Phase 1 der Wolframproduktion soll im Juli auf volle Kapazität hochfahren: rund 640.000 Tonnen Erz jährlich, Ertrag etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat. Phase 2 ist auf eine Verdoppelung auf 4.600 Tonnen bis 2027 ausgelegt — genug, um knapp 40 Prozent der weltweiten Nachfrage außerhalb Chinas zu decken.
Parallel steht am 29. Juni ein strukturelles Ereignis an: Almonty wird in den Russell 1000 und Russell 3000 aufgenommen, Indizes mit einem verwalteten Vermögen von rund 12,2 Billionen US-Dollar. Analysten schätzen, dass die daraus resultierende Neugewichtung eine Kaufnachfrage von etwa 13 Millionen Aktien auslösen könnte — das Dreifache des durchschnittlichen Tageshandelsvolumens.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn 121,7 Prozent zugelegt und schloss zuletzt bei 26,67 CAD. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 CAD liegt der Kurs noch rund 20 Prozent entfernt. Die Finanzierung steht: Anfang Juni hat Almonty Wandelanleihen im Gesamtvolumen von 800 Millionen US-Dollar platziert, netto verbleiben rund 772,7 Millionen US-Dollar für den weiteren Ausbau.
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