Almonty Aktie: 21-Jahre-Vertrag mit 40% mehr Volumen
Almonty-Aktie fällt nach TSX-Delisting und Index-Ausschluss. Nasdaq-Listing und langfristige Wolfram-Verträge stützen die operative Perspektive.

- Kursrutsch nach TSX-Delisting
- FTSE-Indexausschluss erzwingt Fondsverkäufe
- Fokuswechsel zur Nasdaq-Börse
- 21-Jahres-Vertrag sichert Umsatzbasis
Almonty Industries verabschiedet sich von der Toronto Stock Exchange. Der letzte Handelstag am Freitag brachte einen Kursrutsch von 4,96 Prozent auf 15,51 kanadische Dollar. Der Grund liegt nicht in schlechten Geschäftszahlen, sondern in einem technischen Effekt: Ab Montag fliegt die Aktie aus dem FTSE Global Small Cap Index.
Indexausschluss zwingt Fonds zum Verkauf
Der Wolfram-Produzent hat den freiwilligen Rückzug von der TSX selbst eingeleitet. FTSE Russell bestätigte daraufhin die Streichung aus dem Index zum Handelsstart am Montag. Die Regeln sind klar: Wer sich freiwillig delisten lässt und keine regulatorischen Hürden mehr hat, fliegt automatisch raus.
Für passive Indexfonds und ETFs bedeutet das: Sie müssen ihre Positionen abstoßen, ganz unabhängig von der fundamentalen Lage des Unternehmens. Genau das hat in der vergangenen Woche für Druck gesorgt. Auf Sicht von sieben Tagen verlor die Aktie 17,54 Prozent, über 30 Tage summiert sich das Minus auf 30,29 Prozent. Der RSI von 32,7 signalisiert, dass die Aktie sich der überverkauften Zone nähert.
Fokus verschiebt sich auf die Nasdaq
Almonty bündelt seinen Handel bewusst an einem Ort. Künftig soll die Nasdaq unter dem Kürzel ALM die Hauptbörse sein. Das Management nennt geringe Handelsvolumina in Toronto und hohe Verwaltungskosten als Hauptgründe für den Schritt. Ein ähnliches Verfahren läuft in Australien, dort endet das ASX-Listing am 28. August 2026.
Die Umstrukturierung fällt in eine entscheidende operative Phase. Seit dem 1. Juli 2026 verarbeitet Almonty an seiner Sangdong-Mine in Südkorea erstmals Erz zu verkaufsfähigem Wolframkonzentrat. Das Unternehmen wechselt damit von der Entwicklungs- in die Produktionsphase. Die Mine gewinnt zusätzlich an strategischer Bedeutung, weil die USA ab 2027 ein Importverbot für chinesisches Wolfram in der Rüstungsbeschaffung planen.
Langfristige Verträge sichern Umsatz
Trotz des Kursdrucks hat sich Almonty operativ abgesichert. Am 14. Juli 2026 verlängerte das Unternehmen seine Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders auf 21 Jahre. Die vertraglich zugesicherten Volumina steigen um 40 Prozent.
Zu aktuellen Marktpreisen soll allein dieser Vertrag künftig rund 490 Millionen Dollar Jahresumsatz einbringen. Das ist die Zahl, die den Indexausschluss in Relation setzt: Ein technischer Verkaufsdruck trifft auf ein Unternehmen mit gesicherter Umsatzbasis für die nächsten zwei Jahrzehnte.
Auch bei den Aktionären gab es Bewegung. Die Deutsche Rohstoff AG verkaufte am 23. Juli 2026 fünf Millionen Almonty-Aktien zu einem Durchschnittspreis von rund 16 US-Dollar. Der Erlös brachte dem Unternehmen einen Vorsteuergewinn von etwa 65 Millionen Euro ein. Eine Beteiligung von rund 5,5 Millionen Aktien bleibt bei der Deutsche Rohstoff AG bestehen.
Die Aktie notiert derzeit 53,49 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 33,35 kanadischen Dollar, das im April erreicht wurde. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 28,50 Prozent zu Buche, verglichen mit dem Vorjahresniveau sogar ein Anstieg von 205,92 Prozent. Sobald die Indexanpassung am Montag abgeschlossen ist, dürfte sich der Blick der Anleger wieder auf die Produktionszahlen aus Sangdong richten.
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