Almonty Aktie: 21 Prozent Crash auf 22,70 Dollar
Almonty Industries verliert 21 Prozent nach Platzierung einer 700-Millionen-Dollar-Wandelanleihe. Hedgefonds-Absicherungen gelten als Hauptgrund für den Kursrutsch.

- 700 Millionen Dollar Wandelanleihe platziert
- Aktie stürzt um 21 Prozent ab
- Hedgefonds sichern sich durch Leerverkäufe ab
- Sangdong-Mine bleibt Investitionsschwerpunkt
Ein Unternehmen sammelt 700 Millionen US-Dollar ein, der Aktienkurs bricht um ein Fünftel ein. Klingt paradox, ist aber Finanzlogik. Almonty Industries hat eine Wandelanleihe platziert – und die üblichen Absicherungsgeschäfte der Käufer drücken massiv auf den Kurs.
Am Freitag schloss die Aktie bei 22,70 kanadischen Dollar, ein Minus von 21,04 Prozent. Der 7-Tage-Verlust kletterte auf knapp 17 Prozent. Dabei hält das Papier seit Jahresanfang noch immer ein Plus von 88,69 Prozent. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt inzwischen rund 15 Prozent.
Die Konditionen der Mega-Anleihe
Almonty gab Mitte der Woche die Platzierung von 700 Millionen US-Dollar in Wandelanleihen bekannt. Der Coupon liegt bei 2,25 Prozent, die Laufzeit endet 2031. Die Anleihe war überzeichnet, sodass die Konsortialbanken eine Option auf weitere 100 Millionen US-Dollar erhielten.
Der Wandlungspreis wurde auf umgerechnet 27,40 US-Dollar festgesetzt – ein Aufschlag von 32,5 Prozent auf den Schlusskurs vom 4. Juni. Um die Verwässerung für Aktionäre abzufedern, nutzt Almonty 83 Millionen US-Dollar für sogenannte Capped-Call-Transaktionen. Diese begrenzen den Verwässerungseffekt bis zu einem Kurs von 41,36 US-Dollar.
Warum der Kurs trotzdem fiel
Der Einbruch ist kein Misstrauensvotum gegen das Geschäftsmodell. Hedgefonds, die die Wandelanleihen zeichnen, verkaufen gleichzeitig Aktien leer, um ihr Währungsrisiko abzusichern – klassische Wandelarbitrage. Das erzeugt mechanischen Verkaufsdruck, unabhängig von der fundamentalen Lage.
Marktbeobachter sehen darin den Haupttreiber der Kursbewegung. Der RSI liegt bei 39,3 Punkten und signalisiert, dass die Aktie sich überverkauften Niveaus nähert.
Wohin das Geld fließt
Almonty erwartet Nettoerlöse von rund 675,9 Millionen US-Dollar – bei voller Ausübung der Mehrzuteilungsoption 772,7 Millionen. Die Abwicklung ist für den 9. Juni geplant.
- 543 Millionen US-Dollar: Betriebsmittel und mögliche Akquisitionen
- 83 Millionen US-Dollar: Capped-Call-Transaktionen
- 50 Millionen US-Dollar: Refinanzierung bestehender Schulden
Schwerpunkt bleibt die Sangdong-Mine in Südkorea. Das Projekt gilt als strategische Wolfram-Quelle außerhalb Chinas, das den Weltmarkt dominiert. Phase 1 läuft bereits, Phase 2 soll die Produktion nahezu verdoppeln.
Ausblick
Analysten halten an ihren Kurszielen fest. Oppenheimer sieht die Aktie bei 25,00 US-Dollar, DA Davidson und B. Riley Securities ebenfalls in dieser Größenordnung. Ein wichtiger Termin steht am 29. Juni an: Almonty wird voraussichtlich in die Russell-Indizes 1000 und 3000 aufgenommen. Das könnte passive Zuflüsse von Indexfonds auslösen – ein potenzieller Liquiditätskatalysator nach der turbulenten Woche.
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